Emotionale Olympia-Enttäuschung für Schweizer Freestyler
Der Schweizer Ski-Freestyler Andri Ragettli hat bei den Olympischen Winterspielen erneut eine Medaille knapp verpasst und dabei in einem bewegenden Interview an seinen verstorbenen Vater gedacht. Im Slopestyle-Wettbewerb belegte der 27-Jährige den vierten Platz - genau wie bereits bei den Spielen in Peking 2022 und bei der Heim-Weltmeisterschaft im Engadin.
Tränen im Interview: "Ich wollte ihn stolz machen"
Nach dem Wettkampf im Livigno Snow Park war Ragettli von seinen Emotionen überwältigt. In einem Interview des Schweizer Rundfunks SRF sagte er unter Tränen: "Ich wollte ihn stolz machen. Aber ich glaube, er ist im Himmel trotzdem stolz auf mich." Der Athlet hatte seinen Vater bereits in seiner Kindheit verloren und kämpfte bei diesem Wettbewerb besonders mit dem Gedanken, seinem Vater Ehre zu machen.
Knappes Ergebnis mit 6,5 Punkten Rückstand
Die Enttäuschung war umso größer, als Ragettli nur 6,5 Punkte zur Bronzemedaille fehlten. Diese gewann der Neuseeländer Luca Harrington, während Gold an Birk Ruud aus Norwegen ging. "Der Ausgang ist extrem hart und tut extrem weh", gestand der Schweizer nach dem Wettkampf. "Ich habe so, so, so viel Arbeit reininvestiert - und heute ist es wieder nicht ganz aufgegangen."
Slopestyle: Anspruchsvolle Disziplin mit drei Durchgängen
Beim Slopestyle absolvieren die Athleten einen anspruchsvollen Parcours mit verschiedenen Hindernissen und zeigen dabei möglichst schwierige Tricks. Bewertet wird in drei Durchgängen, wobei jeweils der beste Versuch zählt. Ragettli hatte sich intensiv auf diesen Wettbewerb vorbereitet, musste sich aber erneut mit dem undankbaren vierten Platz begnügen.
Die wiederholte knappe Verfehlung einer Olympia-Medaille stellt für den Schweizer Sportler eine besondere psychologische Herausforderung dar. Trotz der Enttäuschung zeigte Ragettli im Interview auch Stolz auf seine Leistung und die Gewissheit, dass sein Vater ihn vom Himmel aus beobachtet und seine Anstrengungen würdigt.



