Erster Weltcup-Erfolg für Raimund nach kontroverser Disqualifikation
In der finnischen Skisprung-Hochburg Lahti hat Philipp Raimund einen historischen Moment erlebt, der jedoch von einer kontroversen Entscheidung überschattet wurde. Der 25-jährige Olympiasieger feierte am Freitag seinen ersten Weltcup-Sieg, nachdem der dominierende Slowene Domen Prevc wegen eines Zentimeters zu langer Ski disqualifiziert worden war.
Ein Sieg mit gemischten Gefühlen
Philipp Raimund zeigte sich im ZDF-Interview ambivalent über seinen unerwarteten Aufstieg von Platz zwei auf den Spitzenrang. „Das hat einen leichten, komischen Beigeschmack, weil das einem Springer schnell mal passieren kann“, erklärte der gebürtige Göppinger. Dennoch betonte er: „Der Erfolg fühlt sich dennoch sehr, sehr gut an. Der Sprung war auf einem hohen Niveau. Seit Olympia bin ich sehr gut unterwegs.“
Mit einer Weite von 122,5 Metern im eintägigen Wettbewerb sicherte sich Raimund den lang ersehnten ersten Weltcup-Sieg seiner Karriere. „Ich kann entspannt sein, weil ich in diesem Jahr alles, was ich erreichen wollte, geschafft habe“, sagte der Athlet und fügte hinzu: „Ich bin seit Olympia befreiter.“
Prevcs historische Saison trotz technischem Fauxpas
Für Domen Prevc bedeutete die Disqualifikation zwar den Verlust der Punkte in Lahti, doch der 26-Jährige konnte trotzdem den Gesamtweltcup für sich entscheiden. Der Slowene vollbrachte damit eine historische Leistung, die zuletzt nur dem Finnen Matti Nykänen in den 1980er Jahren gelang.
- Innerhalb von nur 363 Tagen gewann Prevc den WM-Titel
- Er siegte bei der Vierschanzentournee
- Er holte Gold bei der Skiflug-Weltmeisterschaft
- Er triumphierte bei den Olympischen Spielen
- Nun sicherte er sich die große Kristallkugel für den Weltcup-Besten
Mit 1.814 Punkten liegt Prevc uneinholbar an der Spitze der Gesamtwertung und hat noch die Chance, den Rekord seines Bruders Peter Prevc von 15 Weltcup-Siegen in einer Saison einzustellen. Aktuell stehen 13 Erfolge zu Buche.
Deutsche Konkurrenz bleibt hinter Erwartungen zurück
Die weiteren deutschen Teilnehmer konnten bei dem Wettbewerb in Lahti nicht an die Spitze heranreichen. Pius Paschke belegte Platz 13, während Karl Geiger auf Rang 23 landete. Andreas Wellinger (38.), Luca Roth (41.) und Felix Hoffmann (44.) komplettierten das deutsche Feld auf den hinteren Positionen.
Raimunds Ambitionen für die verbleibende Saison
Der frischgebackene Weltcup-Sieger hat bereits neue Ziele für die verbleibenden Stationen der Saison formuliert. „Ich versuche jetzt noch unter die Top 3 im Gesamtweltcup reinzurutschen“, erklärte Raimund. Nach seinem Sieg in Lahti liegt er als Fünfter mit 898 Punkten knapp hinter dem Österreicher Daniel Tschofenig (899) und dem Japaner Ren Nikaido (921).
Die nächste Gelegenheit für die Athleten bietet sich bereits am Samstag in Lahti, wo Prevc seine nächste Chance auf einen Weltcup-Sieg hat und Raimund seinen Erfolg bestätigen möchte.



