Erster Weltcup-Triumph für Philipp Raimund nach Disqualifikation von Domen Prevc
Nach seinem Olympia-Gold in Peking hat Philipp Raimund nun auch seinen ersten Sieg im Skisprung-Weltcup gefeiert. Allerdings kam dieser Erfolg in Lahti mit einem faden Beigeschmack, denn der eigentlich überlegene Slowene Domen Prevc wurde nach seinem Sprung disqualifiziert.
Ein Zentimeter entscheidet über Sieg und Niederlage
Der dominierende Prevc hatte bei seinem eigentlich deutlichen Sieg einen im Verhältnis zu seinem Körpergewicht um genau einen Zentimeter zu langen Ski verwendet. Diese Regelverletzung führte zur sofortigen Disqualifikation kurz nach dem Springen. So rückte Raimund, der ursprünglich auf Platz zwei gelegen hatte, auf die Spitzenposition vor.
„Das hat einen leichten, komischen Beigeschmack, weil das einem Springer schnell mal passieren kann“, kommentierte der 25-jährige Raimund im ZDF die ungewöhnlichen Umstände seines ersten Weltcup-Erfolgs. „Der Erfolg fühlt sich dennoch sehr, sehr gut an. Der Sprung war auf einem hohen Niveau. Seit Olympia bin ich sehr gut unterwegs. Von daher bin ich stolz auf den Sprung heute.“
Raimunds starke Leistung und Ziele für die Saison
Mit einer Weite von 122,5 Metern sicherte sich der gebürtige Göppinger in der finnischen Skihochburg Lahti im ausnahmsweise nur aus einem Durchgang bestehenden Wettbewerb den lange ersehnten ersten Rang im Weltcup. „Ich kann entspannt sein, weil ich in diesem Jahr alles, was ich erreichen wollte, geschafft habe“, erklärte der Olympiasieger und fügte hinzu: „Ich bin seit Olympia befreiter.“
Der deutsche Springer kündigte zudem ambitionierte Ziele für die verbleibende Saison an: „Ich versuche jetzt noch unter die Top 3 im Gesamtweltcup reinzurutschen“, sagte Raimund. Nach seinem Sieg am Freitag liegt er als Fünfter mit 898 Punkten knapp hinter dem Österreicher Daniel Tschofenig (899 Punkte) und dem Japaner Ren Nikaido (921 Punkte).
Prevcs historische Leistung trotz Fauxpas
Für Domen Prevc war die Disqualifikation zwar ein herber Rückschlag, doch der Slowene konnte trotzdem Historisches feiern. Er sicherte sich den Gesamtweltcup-Sieg, weil der zweitplatzierte Japaner Ryoyu Kobayashi in Lahti nur auf Rang sechs kam.
Dem 26-Jährigen gelang damit eine beispiellose Serie:
- Weltmeistertitel
- Vierschanzentournee-Sieg
- Skiflug-Weltmeisterschaft
- Olympia-Gold
- Große Kristallkugel für den Weltcup-Besten
Diese einzigartige Leistung schaffte bislang nur der Finne Matti Nykänen Anfang der 1980er Jahre. Mit 1.814 Punkten liegt Prevc uneinholbar an der Spitze und kann in dieser Saison noch die Rekordmarke an Weltcup-Siegen von Bruder Peter Prevc (15 aus dem Jahr 2015/16) erreichen. Derzeit stehen 13 Erfolge auf seinem Konto.
Deutsche Springer auf hinteren Plätzen
Die weiteren deutschen Starter konnten bei diesem Wettbewerb nicht überzeugen:
- Pius Paschke (Platz 13)
- Karl Geiger (Platz 23)
- Andreas Wellinger (Platz 38)
- Luca Roth (Platz 41)
- Felix Hoffmann (Platz 44)
Die deutschen Athleten hatten mit der internationalen Spitze wenig zu tun und konnten mit ihren Sprüngen nicht überzeugen. Am Samstag (18.30 Uhr) haben alle Springer die nächste Chance auf bessere Platzierungen und mögliche Podestplätze.



