Rekord-Rodler packen aus: Von Feuerlöscher-Misere bis Goldwurst-Frühstück
Rekord-Rodler: Feuerlöscher-Misere und Goldwurst-Frühstück

Goldene Erinnerungen beim Weißwurst-Frühstück

Der Morgen nach dem historischen siebten Olympia-Gold: Die deutschen Rekord-Rodler Tobias Wendl und Tobias Arlt trafen sich mit BILD-Reportern zum sogenannten Goldwurst-Frühstück im „Kufenstüberl“ in Cortina d’Ampezzo. Bei Brezen, Leberkäs, Weißwurst und alkoholfreiem Weißbier ließen die beiden 38-Jährigen ihre einzigartige Karriere Revue passieren.

Von Sotschi bis Cortina: Eine siegreiche Odyssee

Die Erfolgsgeschichte begann 2014 in Sotschi mit dem ersten Doppel-Gold. „Sotschi war ein brutales Gefühl“, erinnert sich Tobias Arlt. „In der Saison haben wir quasi alles gewonnen. Wir waren die haushohen Favoriten und alles hat geklappt. Da waren wir gefühlt unsterblich, das waren rundum richtig geile Spiele.“ Vier Jahre später in Pyeongchang folgten zwei weitere Gold-Triumphe – und ein emotionaler Durchbruch. Wendl gesteht: „Bei der Medaillen-Zeremonie hat man zum ersten Mal realisiert – viermal Olympiasieger, bei zwei Spielen hintereinander. Da habe ich zum ersten Mal geweint.“

Die Feuerlöscher-Eskapade

Auf die Tränen folgte allerdings eine skurrile Party-Aktion. Wendl schildert lachend: „Wir standen vor unserer Tür, dann sage ich: Tobi, hast du jemals in deinem Leben einen Feuerlöscher bedient? Sollten wir das mal ausprobieren? Warum nicht? Wir haben bisschen was getrunken, einen Brand hätten wir schon.“ Die Konsequenzen waren beträchtlich: „Dann haben wir die Tür von der Bude aufgemacht. Norbert Loch saß in Unterhose in einem Fatboy-Sitzsack. Wir sind rein und haben alles zugenebelt. Am nächsten Morgen haben wir gemerkt, dass das eine Kackidee war. Dieses Pulver war in allen Ecken. Das war überall. Wir wurden dafür gehasst.“

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Corona-Spiele und der würdige Abschluss

Völlig andere Vorzeichen herrschten bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking. Arlt erklärt: „Wir hatten massiv Probleme mit der Bahn, sind beim Weltcup dort vorher nur Neunter geworden. Dann haben wir eine neue Schiene vorbereitet und vom ersten Training an hat es funktioniert. Das war ein spezieller und sehr emotionaler Moment, das so umgedreht zu haben, bis zum Olympia-Sieg.“ Der Abschluss ihrer legendären Karriere erfolgte diese Woche in Cortina d’Ampezzo mit Bronze im Doppelsitzer und dem siebten Gold in der Teamstaffel. Arlt schwärmt: „Ein würdiger letzter Olympia-Lauf.“

Feiern bis in die Morgenstunden

Die anschließende Feier dauerte bis in die frühen Morgenstunden. Ein Foto zeigt die beiden Rodler um 3.30 Uhr lachend auf dem Boden – ein Bild, das Wendl zunächst für bearbeitet hielt: „Von wann ist das? Das ist doch Photoshop!“ Bis zur Weltmeisterschaft 2028 will das Gold-Duo noch weitermachen, um dann dort aufzuhören, wo alles begann: auf der Kunsteisbahn am Königssee.

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