Rodel-Dominanz in Gefahr? Olympia-Erfolge verdecken Nachwuchssorgen
Rodel-Dominanz in Gefahr? Olympia-Erfolge verdecken Sorgen

Rodel-Dominanz in Gefahr? Olympia-Erfolge verdecken Nachwuchssorgen

Die deutschen Rodler haben bei den Olympischen Winterspielen in Cortina erneut beeindruckt. Drei von fünf Disziplinen konnten sie für sich entscheiden, dazu gab es eine Silber- und eine Bronzemedaille. Doch der Schein trügt: Ganz so dominant wie vor vier Jahren in Peking war das Team diesmal nicht. Damals gingen alle vier möglichen Goldmedaillen an Deutschland. Die Frage drängt sich auf: Verlieren wir langsam unsere Gold-Dominanz im Rodeln?

Internationale Konkurrenz holt auf

Klar ist, dass andere Nationen kontinuierlich aufholen. In Cortina spielten die Italiener zudem ihren Heimvorteil geschickt aus. Auf der neuen Bahn konnten sie deutlich häufiger trainieren als alle anderen Teams. Deutschland muss jedoch wachsam bleiben, um nicht schleichend an Boden zu verlieren. Ein zentrales Problem droht den Sport nachhaltig zu schwächen.

Königsee-Bahn: Ein Politikum mit Folgen

Seit einem verheerenden Unwetter im Juli 2021 ist die Kunsteisbahn in Königsee schwer beschädigt und bis heute nicht wieder fahrbar. In Bayern droht dadurch eine ganze Generation von Rodlern wegzubrechen. Rekord-Rodler Tobias Wendl, der mit Tobias Arlt im Doppelsitzer bereits siebenmal Olympia-Gold gewann, schlägt Alarm: „Der Nachwuchs geht uns sowas von flöten. Wie sollen wir Nachwuchs generieren, wenn wir diese Bahn nicht haben? Das tut so verdammt weh.“

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Arlt ergänzt kritisch: „Wir wissen einfach nicht, warum es nicht funktioniert, dass es so lange dauert, bis es aufgebaut wird.“ Zwar gibt es in Deutschland mit Oberhof, Winterberg und Altenberg noch drei weitere Bahnen. Der Standort Königsee war jedoch oft entscheidend für die Medaillenflut der letzten Jahre.

Wiederaufbau verzögert sich immer wieder

Der Wiederaufbau der Bahn hat sich zu einem wahren Politikum entwickelt. Zwar ist längst beschlossen, dass sie wieder errichtet werden soll, aber die Verzögerungen häufen sich. Vor dieser Saison monierte der TÜV undichte Schweißnähte an Kühlleitungen. Auch ein bereits geplanter, 23 Meter hoher Startturm wurde inzwischen wieder gestrichen, nachdem Naturschützer intervenierten.

Doch es gibt einen kleinen Hoffnungsschimmer. Wendl verrät: „Die positive Nachricht: Uns wurde gesteckt, dass anscheinend der Eisbetrieb diesen Winter aufgenommen wird. Es soll vom Damen- und Bobstart möglich sein, zu fahren.“ Ob dies ausreicht, um den Nachwuchs langfristig zu sichern, bleibt fraglich.

Die deutschen Rodler stehen an einem Scheideweg. Die aktuellen Olympia-Erfolge dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zukunft des Sports auf wackligen Beinen steht. Ohne eine funktionierende Bahn in Königsee und eine konsequente Nachwuchsförderung könnte die einstige Dominanz bald der Vergangenheit angehören.

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