Deutscher Kombinierer-Star vor finalem Olympia-Kapitel
Johannes Rydzek steht vor seinem letzten großen Auftritt bei Olympischen Winterspielen. Der 34-jährige Kombinierer aus Oberstdorf wird bei den Wettbewerben in Mailand und Cortina d'Ampezzo in Norditalien zum fünften und zugleich finalen Mal bei den Olympischen Spielen antreten. Mit bereits vier olympischen Medaillen in seiner Sammlung möchte sich der erfahrene Athlet nicht verstecken, sondern noch einmal seine beste Leistung auf der weltweit größten Sportbühne zeigen.
Ambitionen und Chancen auf Edelmetall
Im Gespräch mit SPORT1 während des Nordic Combined Triple im österreichischen Seefeld betonte Rydzek seine Zielsetzung: „Ich versuche einfach noch einmal, meine beste Performance auf der größten Bühne zu zeigen. Ich habe gezeigt, dass es reicht, um für die Top-Plätze zu fighten.“ Als Sechster des Gesamtweltcups und mit zwei Podestplätzen zu Jahresbeginn im estnischen Otepää reist der Deutsche als ernstzunehmender Medaillenkandidat nach Italien.
In den Trainingsläufen von der Normalschanze im norditalienischen Predazzo zeigte Rydzek bereits ordentliche Leistungen und landete auf einem siebten Platz, was ihn in Reichweite der Spitzenplätze bringt. Allerdings macht der Olympiasieger von 2018 deutlich: Für Edelmetall müsse am Wettkampftag einfach alles passen.
Harte Qualifikation und besondere Atmosphäre erwartet
Die Qualifikation für diese Olympischen Spiele gestaltete sich für Rydzek alles andere als einfach. In einer knallharten internen Ausscheidung des Deutschen Skiverbands sicherte er sich einen der drei begehrten Startplätze im deutschen Kombinierer-Team. Dabei setzte er sich gegen junge Talente wie Wendelin Thannheimer durch, der letztlich nicht nominiert wurde.
Die besondere Bedeutung dieser Winterspiele unterstreicht Rydzek mit Blick auf den Austragungsort: „Es wird sicher noch mehr Unterstützung von zuhause da sein. Ich werde es auf jeden Fall voll genießen.“ Tatsächlich finden die Olympischen Winterspiele erstmals seit 2006 wieder in Europa statt – und damit deutlich näher an der deutschen Heimat als viele vorherige Austragungsorte.
Erfahrung und Perspektive zum Karriereende
Seit 2008 ist Johannes Rydzek fester Bestandteil des Weltcup-Zirkus und zählt zu den erfahrensten Athleten im gesamten Feld der Nordischen Kombination. Im Sportschau-Podcast bezeichnete er sich selbstironisch als „altes Eisen“ und reflektierte über seine sportliche Laufbahn: „Ich weiß, dass meine Karriere endlich ist. Ich merke, dass ich mich anders erhole als mit Mitte 20.“
Dennoch betont der Allgäuer, dass er dem Sport auch nach einem möglichen Karriereende nach dieser Saison erhalten bleiben möchte. Seine beeindruckende Bilanz umfasst bislang:
- 18 Weltcupsiege
- Vier olympische Medaillen
- Zweimal knapp verpasster Gewinn des Gesamtweltcups (2014 und 2017)
In Mailand und Cortina d'Ampezzo soll nun das letzte olympische Kapitel dieser erfolgreichen Karriere hinzukommen. Unabhängig vom konkreten Ergebnis wird dieser Auftritt für Johannes Rydzek ein emotionaler Moment sein, der den Abschluss einer bemerkenswerten olympischen Laufbahn markiert.



