Olympia-Enttäuschung für Deutschland: Ski-Duo Jocher und Straßer verpasst Medaille deutlich
Ski-Duo Jocher/Straßer verpasst Olympia-Medaille deutlich

Deutsche Skirennfahrer verpassen Olympia-Podest in Bormio

Das deutsche Ski-Duo Simon Jocher und Linus Straßer hat bei den Olympischen Winterspielen in Bormio eine Medaille in der neu eingeführten Team-Kombination deutlich verpasst. Die beiden Athleten belegten im aus Abfahrt und Slalom bestehenden Wettbewerb lediglich den zehnten Rang und lagen am Ende ganze 0,7 Sekunden hinter den Podestplätzen zurück.

Gold für die Schweiz, Silber geteilt

Die Goldmedaille sicherte sich das Schweizer Team mit Abfahrts-Olympiasieger Franjo von Allmen und dem starken Slalomfahrer Tanguy Nef. Den Silberrang teilten sich zwei zeitgleiche Duos: der Schweizer Superstar Marco Odermatt mit Slalom-Weltmeister Loic Meillard sowie die Österreicher Vincent Kriechmayr und Manuel Feller. Die italienischen Lokalmatadoren Giovanni Franzoni und Alex Vinatzer fielen nach einer starken Abfahrt noch von Platz eins auf Rang sieben zurück.

Jocher zeigt sich verbessert, Straßer kann Rückstand nicht aufholen

Am Vormittag hatte Simon Jocher in der Abfahrt vorgelegt und präsentierte sich dabei deutlich stärker als noch im Einzelrennen auf der berüchtigten Stelvio-Piste. "Heute bin ich definitiv zufriedener als nach der Spezialabfahrt", sagte der Garmischer nach seinem Lauf. Die Strecke habe sich schwieriger und eisiger angefühlt als noch zwei Tage zuvor. "Ich mag, wenn es dir die Ski um die Ohren haut", erzählte Jocher weiter.

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Trotz dieser Verbesserung war Jocher 1,33 Sekunden langsamer als der Schnellste, der Italiener Franzoni. Auf einen Podestrang fehlte gut eine Sekunde. Diesen Rückstand hätte Linus Straßer im anschließenden Slalom aufholen müssen, um doch noch eine Medaille zu erreichen.

Straßer kämpft mit schwierigen Bedingungen

Der WM-Dritte im Slalom begann seinen Lauf zwar entschlossen und risikofreudig, nach einem Fehler verlor er im flachen Schlussabschnitt jedoch wertvolle Zeit. "Das war der leichteste Hang, den ich jemals auf dem Niveau gefahren bin", analysierte Straßer nach dem Rennen. Entsprechend schwierig sei es gewesen, Zeit gutzumachen. Für eine Medaille hätten sowohl er als auch Jocher einen "wahnsinnig guten Tag" gebraucht.

Lange Durststrecke für deutsche Skimänner bei Olympia

Die enttäuschende Platzierung bedeutet eine Fortsetzung der langen Durststrecke der deutschen Skirennfahrer bei Olympischen Winterspielen. Die bis dato letzte reine Männer-Medaille holte Markus Wasmeier bereits 1994 in Lillehammer als Doppel-Olympiasieger. Immerhin waren Linus Straßer sowie Alexander Schmid und Julian Rauchfuß vor vier Jahren in Peking Teil des Mixed-Parallel-Events, bei dem die deutsche Auswahl Silber gewann.

Team-Kombination feiert olympische Premiere

Die Team-Kombination feierte im vergangenen Jahr in Saalbach-Hinterglemm in Österreich ihre WM-Premiere und gehört nun in Bormio erstmals zum olympischen Programm. Bei dieser Disziplin bestreitet ein Athlet die Abfahrt, ein anderer den Slalom, anschließend werden beide Zeiten addiert.

Deutsche Frauen als Medaillenkandidatinnen

Am Dienstag sind die Frauen in Cortina d'Ampezzo an der Reihe. Dort gehören Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann zu den Mitfavoritinnen auf eine Medaille. Interessant dabei: Abfahrts-Silbermedaillengewinnerin Aicher wird im Slalom antreten, während ihre Teamkollegin Weidle-Winkelmann den Speed-Teil übernimmt. Die Rollenverteilung verspricht spannende Rennen und könnte Deutschlands Chancen auf eine olympische Medaille im Skisport wiederbeleben.

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