Schweizer Ski-Star Niels Hintermann beendet Karriere nach Krebs und Panikattacken
Ski-Star Hintermann beendet Karriere nach Krebs und Panikattacken

Schweizer Ski-Star beendet Karriere nach schwerer Krankheit

In einer überraschenden Wendung hat der Schweizer Skirennfahrer Niels Hintermann (30) seinen sofortigen Rücktritt vom Profisport verkündet. Der dreifache Weltcup-Sieger verzichtete kurzfristig auf seinen Start bei der Weltcup-Abfahrt in Courchevel und erklärte stattdessen das Ende seiner Karriere.

Panikattacken verhindern weitere Starts

Im Interview mit dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) schilderte Hintermann die Gründe für seine Entscheidung: „Ich bin fertig mit dem Skifahren.“ Der Athlet berichtete von massiven Panikattacken, die ihn vor jedem Start überfielen. „Wenn ich an den Start gehe, sagen mein Körper und mein Kopf: Nein. Der ganze Körper zittert, alles ist zu.“

Hintermann beschrieb die belastenden Gedanken, die ihn vor Wettkämpfen heimsuchen: „Man hat diverse Szenarien im Kopf, die man definitiv nicht im Kopf haben will vor dem Start.“ Diese Ängste haben ihren Ursprung in einer schweren gesundheitlichen Krise des Sportlers.

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Lymphdrüsenkrebs als Auslöser

Im Jahr 2024 wurde bei Niels Hintermann Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert. Nach einer intensiven Behandlung mit Chemotherapie und Bestrahlung kämpfte sich der Schweizer zurück in den Spitzensport. Doch die Erfahrung hat ihn nachhaltig verändert.

„Ich habe ein zweites Leben geschenkt bekommen. Und deshalb möchte ich dieses nicht mehr so aufs Spiel setzen“, erklärte Hintermann seine Entscheidung. Der Speed-Fahrer ist nicht mehr bereit, auf der Piste das gleiche Risiko einzugehen wie vor seiner Erkrankung.

Bewusster Abschied vom Profisport

Die Entscheidung zum Karriereende fiel bereits vor einigen Wochen. Hintermann betonte: „Ich wollte zu meinen Bedingungen aufhören, ohne dass ich irgendwann im Netz zappeln muss.“ Selbst eine Hypnosetherapie konnte ihm nicht helfen, weiterhin Wettkämpfe zu bestreiten.

Der dreifache Weltcup-Sieger blickt dennoch positiv auf seine Karriere zurück: „Ich kann mit einem sehr frohen Auge und glücklich auf das Ganze zurückblicken.“ Für ihn steht fest: „Ich muss die richtige Entscheidung für mich treffen. Ich bin nicht mehr bereit, das zu machen.“

Kollegen reagieren betroffen

Während Hintermann seinen Rücktritt verkündete, gewann sein Landsmann Marco Odermatt (28) die Weltcup-Abfahrt in Courchevel und sicherte sich damit seinen fünften Gesamtweltcup-Sieg. Odermatt zeigte sich von der Nachricht über den Rücktritt seines Teamkollegen betroffen.

„Das trifft mich gerade wirklich. Wir haben im Weltcup einige Jahre zusammen erlebt“, sagte Odermatt. „Ein großes Kompliment an ihn, was er gezeigt hat. Vor allem im letzten Jahr. Das kann man nicht hoch genug einstufen.“

Hintermanns Karriereende markiert das vorzeitige Aus eines talentierten Skirennfahrers, der nach überwundener schwerer Krankheit nicht mehr bereit ist, sein Leben für den Sport zu riskieren.

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