Schweizer Skistar beendet Karriere nach emotionaler Entscheidung
Der Schweizer Skirennläufer Niels Hintermann hat seine Karriere mit sofortiger Wirkung beendet. Der dreimalige Weltcupsieger begründete seinen überraschenden Rücktritt unter anderem mit wiederkehrenden Panikattacken, die ein sicheres Weiterfahren unmöglich machten.
Zweites Leben nach Krebserkrankung
Hintermann, der im Oktober 2024 seine Lymphdrüsenkrebs-Diagnose öffentlich gemacht hatte, kehrte erst zu dieser Saison erfolgreich auf die Piste zurück. Nach dem Sieg über die schwere Erkrankung sieht er sich nun jedoch vor einer neuen Herausforderung.
"Ich bin nicht mehr bereit, mein Leben zu riskieren, wie ich es tun müsste", erklärte der 30-Jährige im Schweizer Fernsehen. "Ich habe ein zweites Leben geschenkt bekommen, und damit will ich nicht spielen."
Panikattacken verhindern sicheren Start
Der endgültige Entschluss reifte während des Weltcups in Garmisch-Partenkirchen, wo Hintermann "eine Panikattacke nach der anderen" erlebte. Sein ganzer Körper habe gezittert, und ungewollte Szenarien hätten sich in seinem Kopf festgesetzt.
"Wenn man nicht Vollgas gibt, wird's gefährlich", erläuterte der Athlet seine Entscheidung. Trotz verschiedener Maßnahmen wie Hypnose, die im Alltag halfen, signalisierten Körper und Kopf am Start eindeutig: "Nein".
Respektvoller Abschied ohne Netz
Hintermann betonte, aus eigenem Willen aufzuhören - "ohne, dass ich irgendwo in einem Netz zapple". In seiner Comeback-Saison erreichte er zwar kein Podium, überzeugte aber als Sechster in Kitzbühel.
Die alpinen Pisten verlieren damit einen charakterstarken Sportler, der sowohl gegen Krebs als auch gegen innere Dämonen kämpfte und nun einen neuen Lebensweg einschlägt.



