Skisprung-Drama bei Olympia: Medaillenchance im Schnee-Chaos zerstört
Was für ein Schanzen-Drama bei den Olympischen Spielen! Statt auf besseres Wetter zu warten, wurde der Super-Team-Wettbewerb im Skispringen abgebrochen – und damit die Medaillenchance der deutschen Adler zunichtegemacht. Die Verantwortlichen des Weltverbands FIS stehen nach der umstrittenen Entscheidung massiv in der Kritik.
Deutschland auf Kurs für Bronze – dann kommt der Schnee
Die DSV-Adler Philipp Raimund (25) und Andreas Wellinger (30) lagen im Finaldurchgang des Super-Team-Wettbewerbs auf Platz fünf, als sich das Wetter dramatisch verschlechterte. Eine Wetterfront zog durch das Fleimstal, heftiger Schneefall und Wind setzten ein. Doch Olympiasieger Raimund trotzte den Bedingungen und sprang Deutschland mit einer starken Leistung sogar auf Platz eins.
Der Wettkampf wurde für acht Minuten unterbrochen. Anschließend durfte der Pole Kacper Tomasiak starten – allerdings ohne den üblichen Vorspringer. Tomasiak landete nach 124,5 Metern und verspielte damit die Medaillenchance Polens. Unmittelbar darauf wurde der Wettbewerb vor den letzten drei Springern endgültig abgebrochen.
Entscheidung mit Folgen: Deutschland wird Vierter
Da nur der zweite Durchgang gewertet wurde, jubelte am Ende Österreich vor Polen und Norwegen. Die deutschen Adler rutschten auf den undankbaren vierten Platz ab. Nur 0,3 Punkte fehlten am Ende auf die Bronzemedaille. Die Wut im deutschen Lager richtet sich jedoch weniger gegen das knappe Ergebnis als gegen die Verantwortlichen des Weltverbands FIS.
DSV-Boss Horst Hüttel (57) kann die Entscheidung nicht nachvollziehen und tobt: „Ich bin wütend, weil man uns einfach was genommen hat. Es gab drei Wetter-Apps oben am Turm, jeder hat gesehen, dass in 15 Minuten der Schneefall aufhört. Das verstehe ich nicht. Wieso kann keiner warten?“
FIS-Präsident unter Druck – TV-Zeit als Argument?
FIS-Präsident Sandro Pertile (57) versuchte sich zu erklären: „Es war sehr schwierig. Die Entscheidung war nicht leicht. Wir waren unter Druck. Plötzlich hat sich das Wetter geändert. Bei Olympia gibt es nur drei Medaillen und es ist klar, dass alle, die keine bekommen, traurig sind.“
Pertile gab sogar zu: „Wir haben nur eine begrenzte TV-Zeit und man weiß nie genau, wie lang man warten müsste. Die Jury hat so entschieden.“ Dabei sollen auf den Wettermonitoren klar angezeigt gewesen sein, dass die Schnee- und Windfront in wenigen Minuten vorüberziehen würde.
Gold-Adler Raimund enttäuscht: „Einfach nur Scheiße“
Auch Olympiasieger Philipp Raimund zeigte sich fassungslos: „Sie hätten weitermachen sollen. Das wäre der spannendste Wettkampf überhaupt geworden. Es ist einfach nur Scheiße. Es sind sehr viele Sachen unglücklich gelaufen. Die hätten doch auch 15 Minuten warten können. Aber die Jury entscheidet.“
Statt Bronze blieb für die deutschen Adler nur der vierte Platz – und jede Menge Frust. DSV-Chef Hüttel resümierte: „Es ist einfach nicht nachvollziehbar, Druck vom Fernsehen hin oder her. Wir sind wütend, niedergeschlagen, einfach traurig. Das wird jetzt eine Weile dauern. Der Frust überwiegt.“
Die Diskussion um den umstrittenen Abbruch wird sicherlich noch lange nachhallen. Kritiker fragen sich, ob der Druck der TV-Übertragungen hier über sportliche Fairness gestellt wurde – zum Nachteil der Athleten und der Spannung des Wettbewerbs.



