Skirennfahrer Andreas Sender beendet Karriere nach schwerer Erkrankung
Der deutsche Skirennfahrer Andreas Sender beendet seine Karriere im alpinen Skiweltcup aufgrund einer schwerwiegenden Zellerkrankung. Der 36-jährige Athlet aus Ennepetal wird sich im Rahmen der internationalen deutschen Meisterschaften im Axamer Lizum in Tirol offiziell vom Leistungssport verabschieden. Diese Entscheidung gab der Deutsche Skiverband (DSV) bekannt und markiert das Ende einer bemerkenswerten Laufbahn.
Diagnose mitochondrialer Dysfunktion als Karriereknick
Im Jahr 2024 wurde bei Andreas Sender eine mitochondriale Dysfunktion diagnostiziert, eine Erkrankung, bei der die Mitochondrien als Energielieferanten der Körperzellen nicht korrekt funktionieren. Der Speed-Spezialist erklärte, dass diese Diagnose seine sportliche Zukunft massiv beeinträchtigte. Sender war phasenweise körperlich extrem geschwächt, konnte nur noch spazieren gehen und musste sich häufig hinsetzen, um sich zu erholen.
„Nach meiner Erkrankung habe ich alles versucht, um wieder Leistungssport betreiben zu können“, sagte Sender. Trotz einer Verbesserung seines Gesundheitszustands im Alltag blieb das Ziel, Rennen auf Weltcup-Niveau zu bestreiten, unerreichbar. Daher zog der zweimalige Olympia-Teilnehmer nun den endgültigen Schlussstrich unter seine Karriere.
Erfolgreiche Karriere mit Höhepunkten und Herausforderungen
Andreas Sender debütierte im März 2008 im alpinen Ski-Weltcup und bestritt insgesamt 197 Weltcup-Rennen. Sein größter Erfolg war der Gewinn der WM-Silbermedaille in der Abfahrt im italienischen Cortina d'Ampezzo im Jahr 2021. Zudem erreichte er zweimal das Podest und verpasste im Super-G von Aspen (USA) im Jahr 2023 nur haarscharf den Sieg.
In den vergangenen zwei Jahren konnte Sender jedoch kein Weltcup-Rennen mehr bestreiten, was seine Entscheidung zur Karrierebeendigung unterstreicht. Er äußerte sich stolz auf seine erreichten Leistungen im Skirennsport und betonte seine anhaltende Verbundenheit mit dem Skisport.
Zukunftsperspektiven und Würdigung durch den Verband
Zur beruflichen Zukunft äußerte sich Familienvater Sender zurückhaltend. „Aktuell möchte ich mich auf meine gesundheitliche Situation konzentrieren, darauf, dass es weiterhin bergauf geht. Grundsätzlich bin und bleibe ich dem Skisport sicherlich verbunden“, erklärte er. Seine Priorität liege nun auf der weiteren Genesung und Stabilisierung seines Gesundheitszustands.
Wolfgang Maier, Sportvorstand des Deutschen Skiverbands, würdigte Sender als „tragende Säule als Sportler und Mensch“. Er betonte, dass Sender die deutsche Speed-Mannschaft über viele Jahre mit seinen Erfolgen und seiner Konstanz geprägt habe. Der DSV bedauere und respektiere zugleich die Entscheidung des Athleten, seine Karriere zu beenden.
Die internationale Skigemeinschaft verliert mit Andreas Sender einen erfahrenen und respektierten Sportler, dessen Karriere von Höhen und tiefen gesundheitlichen Herausforderungen geprägt war. Sein Abschied markiert das Ende einer Ära im deutschen Skisport.



