Olympia-Enttäuschung für Straßer: Slalom-Ass im Schneegestöber abgeschlagen
Straßer im Olympia-Slalom weit abgeschlagen

Olympia-Enttäuschung für Straßer: Slalom-Ass im Schneegestöber abgeschlagen

Der Münchner Ski-Löwe Linus Straßer hat im ersten Lauf des olympischen Slaloms von Bormio eine herbe Enttäuschung erlebt. Mit 2,35 Sekunden Rückstand auf den führenden Norweger Atle Lie McGrath landete der WM-Dritte nur auf dem zwölften Platz und braucht für eine Medaille im Finale am Nachmittag wohl ein kleines Wunder.

Ratlosigkeit bei schwierigen Bedingungen

Im Flockenwirbel von Bormio hob Straßer nach seiner Fahrt ratlos die Schultern. "Ich bin nicht so schlecht gefahren", sagte der 33-Jährige im ZDF-Interview, "und würde selber gerne wissen, wo ich das Tempo verloren habe." Die Kombination aus Kurssetzung und Hang stellte sich als besonders knifflig heraus. Stolze 1,41 Sekunden trennen ihn aktuell von einem Podestplatz.

Die schwierigen Sichtverhältnisse brachten zahlreiche Top-Athleten früh um jede Medaillenchance. Unter den Ausfällen befanden sich:

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  • Brasiliens Riesenslalom-Olympiasieger Lucas Braathen
  • Der französische Triumphator von Gurgl und Adelboden, Paco Rassat
  • Kitzbühelsieger Manuel Feller aus Österreich

Von den Top 30 kamen insgesamt elf Fahrer nicht ins Ziel, darunter auch der Deutsche Fabian Gratz.

McGrath profitiert von Startnummer eins

Am besten kam mit den Bedingungen der Norweger Atle Lie McGrath zurecht. Der Vizeweltmeister und aktuelle Weltcup-Führende profitierte von seiner Startnummer eins und setzte die überlegene Bestzeit. Auf den Plätzen folgen:

  1. Weltmeister Loic Meillard aus der Schweiz (+0,59 Sekunden)
  2. Der Österreicher Fabio Gstrein (+0,94 Sekunden)

Gstrein war als Zwölfter und damit unmittelbar vor Straßer auf die Strecke gegangen.

Komplizierte Beziehung zu Olympischen Spielen

Für Straßer und Olympia ist es keine Liebesbeziehung. Trotz Team-Silber 2022 blieben bisher große Einzelerfolge aus. Seine Premiere 2018 beschreibt er als "einzigen Krampf", vier Jahre später verpasste er als Siebter knapp eine Slalom-Medaille.

In Bormio kritisierte der Münchner nach der Team-Kombination bereits den "leichtesten Slalom-Hang, den ich je auf diesem Niveau gefahren bin". Mehr stört ihn jedoch der öffentliche Fokus auf Medaillen und die mangelnde Würdigung von Leistungen hinter dem Podest.

"Von den Emotionen her", so Straßer, "bin ich da eher bei Kitzbühel, Schladming, Wengen, Adelboden" - den traditionellen Weltcup-Klassikern.

Der Traum des kleinen Linus

Doch tief in ihm schlummert weiter der olympische Traum. "Der kleine, freche Linus hat immer davon geträumt", gestand der Slalomspezialist, "allein dem bin ich es schuldig, alles zu geben."

Diesem Vorsatz folgend stürzte er sich wild entschlossen in die Tore der Pista Stelvio. Doch an der Schlüsselstelle Ausfahrt Steilhang fand er nicht die "goldene Mitte zwischen Linie und Speed", die für eine Spitzenzeit nötig gewesen wäre.

Das Finale des olympischen Slaloms findet am Nachmittag statt. Für eine Medaille benötigt Straßer nicht nur eine fehlerfreie Fahrt, sondern auch Ausfälle der Konkurrenz vor ihm. Die schwierigen Bedingungen in Bormio könnten hier noch für Überraschungen sorgen.

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