Tragödie im Silvretta Montafon: Vater (61) stirbt bei Ski-Ausflug mit Sohn (15)
Was als besonderer Vater-Sohn-Tag im Schnee geplant war, endete in einer herzzerreißenden Tragödie. Ein 61-jähriger Familienvater aus dem Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg ist im österreichischen Skigebiet Silvretta Montafon tödlich verunglückt. Die Polizei bestätigte die tragischen Umstände des Vorfalls, der sich am Freitagnachmittag ereignete.
Vereinbarter Treffpunkt wurde nie erreicht
Gegen 15 Uhr waren der Vater und sein 15-jähriger Sohn abseits der präparierten Pisten im Bereich der Jöchli-Talstation unterwegs. Als Vorsichtsmaßnahme hatten sie das Novatal als Treffpunkt vereinbart, falls sie sich während der Abfahrt im freien Skiraum aus den Augen verlieren sollten. Doch der 61-Jährige erreichte diesen vereinbarten Ort nie. Auch auf wiederholte Anrufe seines Sohnes reagierte er nicht, was erste alarmierende Signale setzte.
15-Jähriger sucht verzweifelt nach seinem Vater
Als der Vater nicht am Treffpunkt erschien, machte sich der Jugendliche selbstständig auf die Suche. In seiner Verzweiflung fuhr er sogar bis ins Tal nach St. Gallenkirch in Österreich – alles erfolglos. Gegen 18 Uhr schlug der 15-Jährige schließlich Alarm und verständigte zunächst die örtliche Liftgesellschaft, kurz darauf die Polizei. Eine durchgeführte Handyortung ergab, dass sich das Mobiltelefon des Vermissten noch im Skigebiet befand und eingeschaltet war.
Großangelegter Rettungseinsatz mit internationaler Beteiligung
Umgehend wurde ein Großeinsatz ausgelöst, an dem sich etwa 30 Bergretter aus St. Gallenkirch und Gaschurn beteiligten. Sie wurden von drei Drohnen der Bergrettung Vorarlberg unterstützt, um das unwegsame Gelände systematisch abzusuchen. Zusätzlich waren Mitarbeiter des Skigebiets, die Alpinpolizei sowie ein Rettungshubschrauber aus der Schweiz an der Suchaktion beteiligt – ein beeindruckendes Beispiel internationaler Zusammenarbeit in der Not.
Tödlicher Fund unter einem Baum
Die Einsatzkräfte durchkämmten das Gelände unter schwierigen Bedingungen. Schließlich entdeckte ein Mitglied der Bergrettung den 61-Jährigen unter einem Baum im Schnee liegend – leblos. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler dürfte der Mann gestürzt sein, doch die genauen Umstände des tödlichen Unfalls sind noch unklar und werden von der Polizei intensiv untersucht.
Erhöhte Lawinengefahr zum Zeitpunkt des Unglücks
Zum Zeitpunkt des tragischen Vorfalls herrschte im Skigebiet Silvretta Montafon Lawinenwarnstufe 4 von 5. Durch frischen Neuschnee bestand große Lawinengefahr, was die Rettungsarbeiten zusätzlich erschwerte und gefährdete. Diese Wetterbedingungen unterstreichen die Risiken, die mit dem Skifahren abseits präparierter Pisten verbunden sind, insbesondere bei ungünstigen Schneeverhältnissen.
Die Bergrettung Vorarlberg betonte die Wichtigkeit angemessener Vorbereitung und Ausrüstung bei Skitouren abseits gesicherter Bereiche. Der tragische Vorfall hinterlässt eine Familie in tiefer Trauer und wirft Fragen zur Sicherheit beim Freeriden unter schwierigen Bedingungen auf.



