Langläuferin Victoria Carl erhält 18-monatige Sperre nach positivem Dopingtest
Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) hat die deutsche Langläuferin Victoria Carl für insgesamt 18 Monate gesperrt. Grund dafür ist ein positiver Dopingtest auf die verbotene Substanz Clenbuterol, der bei einer Kontrolle außerhalb des Weltcups im Frühjahr 2025 festgestellt wurde. Clenbuterol wird primär zur Behandlung von Atemwegserkrankungen wie Asthma eingesetzt.
Sperre bis November 2026 – Olympische Winterspiele verpasst
Die Sperre dauert nach Angaben der Nada bis zum 25. November 2026, da eine vorläufige Suspendierung aus dem Mai 2025 angerechnet wird. Infolgedessen verpasste Carl die Olympischen Winterspiele in Italien. Mit diesem Urteil könnte sie jedoch zur Weltmeisterschaftssaison 2026/2027 zurückkehren, wenn der Langlauf-Weltcup Ende November im finnischen Ruka startet.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Sowohl Victoria Carl als auch der Weltverband Fis und die Welt Anti-Doping-Agentur haben die Möglichkeit, beim Internationalen Sportgerichtshof Cas Einspruch einzulegen.
Hintergrund: Medikamenteneinnahme bei Winter-Militärweltspielen
Carl hatte den Vorfall im Sommer 2025 kommentiert: "Ich war krank, hatte starke Hustenanfälle und habe das Medikament auf ärztliche Anweisung genommen. Ich habe alles offengelegt – mir war nicht bewusst, dass ein verbotener Wirkstoff enthalten ist." Nach Angaben des Deutschen Skiverbands (DSV) wurde der Sportsoldatin am 26. März 2025 nach ihrem letzten Rennen bei den Winter-Militärweltspielen in Andermatt durch einen Truppenarzt der Bundeswehr das Medikament Spasmo Mucosolvan zur Behandlung einer akuten spastischen Bronchitis verabreicht.
Der Mediziner habe es versäumt, auf den dopingrelevanten Inhaltsstoff hinzuweisen oder einen Notfallantrag für eine medizinische Ausnahmegenehmigung zu stellen. Die Nada hatte im September 2025 einen Sanktionsvorschlag über zwei Jahre erlassen, der nun auf 18 Monate reduziert wurde.
Auswirkungen auf die Karriere und Teamdynamik
Victoria Carl zählt seit Jahren zu den weltbesten Skilangläuferinnen. Ohne sie, die 2022 in China Olympia-Gold im Team-Sprint und Silber mit der Staffel gewann, holten die deutschen Langläuferinnen in Italien mit Coletta Rydzek und Laura Gimmler Bronze im Team-Sprint. Carl trainierte während der Winterspiele allein in ihrer Heimat Thüringen und schaltete sich per Video zum Team dazu.
Teamchef Peter Schlickenrieder lobte ihre Motivation: "Es ist faszinierend, wie intrinsisch motiviert sie ist. Wie sie sich kleine Ziele setzt oder wieder etwas findet, woran sie sich hochzieht." Auf Instagram gibt Carl Einblicke in ihren Trainingsalltag, den sie ohne Teamunterstützung bewältigen muss.
Die Sperre markiert einen Rückschlag in der Karriere der 30-Jährigen, doch mit einer möglichen Rückkehr zur WM-Saison 2026/2027 bleibt Hoffnung auf ein Comeback im Spitzensport.



