Vanessa Voigt glänzt mit Platz sechs in Oslo-Verfolgung
Die deutsche Biathletin Vanessa Voigt hat bei der Verfolgung in Oslo eine starke Leistung gezeigt und sich mit einem hervorragenden sechsten Platz in der Weltspitze etabliert. Über die zehn Kilometer im tiefen und sulzigen Geläuf von Holmenkollen kämpfte sich die 27-Jährige nach vorne und präsentierte sich dabei in ausgezeichneter Form.
Fehlerfreies Schießen und verbesserte Laufleistung
Voigt absolvierte alle vier Schießeinlagen ohne einen einzigen Fehler und demonstrierte damit ihre mentale Stärke in der entscheidenden Phase der Saison. „Ich habe gesehen, dass ich bei Läuferinnen wie einer Ingrid Landmark Tandrevold und Lou Jeanmonnot mithalten kann. Meine Form entwickelt sich kontinuierlich positiv, auch wenn die Saison langsam an den Kräften zehrt. Das ist aber vor allem eine mentale Herausforderung“, erklärte die Thüringerin nach dem Rennen mit einem zufriedenen Lächeln.
Die Verbesserungen in der Loipe waren deutlich sichtbar, was Voigt zu einer der herausragenden Athletinnen des Tages machte. Ihre Aufholjagd von einer mittleren Startposition bis in die Top Ten unterstrich die gestiegene Wettkampfhärte der deutschen Hoffnungsträgerin.
Kurioser Austausch über Laegreids Schneetechnik
Im Interview mit dem ZDF kam es zu einem amüsanten Moment, als das Gespräch auf die besonderen Schneebedingungen in Oslo kam. Der norwegische Biathlet Sturla Holm Laegreid hatte zuvor erklärt, über eine spezielle Technik zu verfügen, die ihm auf tiefem Schnee ein fast schwereloses Gleiten ermögliche.
„Schön für den Sturla, aber diese Fähigkeit besitze ich leider nicht. Ich habe wirklich keine Ahnung, welche Technik er damit meint“, gestand Voigt mit einem nachdenklichen Gesichtsausdruck. „Vielleicht sollte ich mir das einmal genauer anschauen und mir eine Scheibe davon abschneiden“, fügte sie schmunzelnd hinzu und zeigte damit ihre Lernbereitschaft selbst gegenüber ungewöhnlichen Methoden.
Laegreids Vorliebe für extreme Bedingungen
Der Norweger Laegreid, der am Freitag den Sprint der Herren gewonnen und die kleine Kristallkugel errungen hatte, hatte seine Affinität zu tiefen Schneeverhältnissen detailliert erläutert. „Bei diesen Bedingungen spüre ich immer eine unglaubliche Kraft in mir. Ich habe das Gefühl, auf dem Schnee zu laufen statt in ihm zu versinken. Bei harten und eisigen Bedingungen bin ich dagegen nicht so stark – da haben die größeren und schwereren Athleten klare Vorteile“, so die Analyse des 29-Jährigen.
Selbst unter den leichteren Athleten gilt Laegreid jedoch als Ausnahmeerscheinung, die solche extremen Bedingungen tatsächlich bevorzugt. Seine ungewöhnliche Technik bleibt damit ein interessantes Phänomen im Biathlon-Zirkus.
Ausblick auf den Saisonabschluss
Am Sonntag findet der Biathlon-Winter 2026 mit den abschließenden Massenstart-Rennen seinen Höhepunkt und Abschluss. Die Damen starten um 13:45 Uhr, die Herren um 16:30 Uhr – beide Wettkämpfe werden im umfangreichen Liveticker begleitet.
Ob Vanessa Voigt vor ihren letzten Rennen der Saison tatsächlich noch eine Videoanalyse von Laegreids spezieller Technik einlegt, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch, dass die deutsche Athletin mit ihrer konstant starken Leistung in Oslo einen wichtigen Schritt in ihrer Entwicklung gemacht hat und zuversichtlich in die Zukunft blickt.



