Lindsey Vonn: Beinamputation nur knapp verhindert
Die US-amerikanische Skilegende Lindsey Vonn hat in einem bewegenden Instagram-Video enthüllt, dass ihr nach dem verheerenden Sturz bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo beinahe das linke Bein amputiert werden musste. Die 41-jährige Athletin, die bereits 2019 ihren Rücktritt erklärt hatte, wagte trotz eines akuten Kreuzbandrisses den Start in der Abfahrt.
Der verhängnisvolle Olympia-Auftritt
Ihr Comeback bei den Spielen währte nur 13 Sekunden. Kurz nach dem Start verlor Vonn die Kontrolle, berührte ein Tor und stürzte den Hang hinab. Bei dem brutalen Sturz überschlug sie sich mehrfach mit verdrehten Beinen. Der Vorfall endete mit einem Hubschrauber-Transport von der Piste.
Schwere Verletzungen und lebensrettende Operation
In ihrem emotionalen Beitrag erklärte Vonn nun, dass ihre Verletzungen weit über den zunächst diagnostizierten komplizierten Schienbeinbruch hinausgingen. Das Trauma des Sturzes führte zu einem gefährlichen Kompartmentsyndrom in ihrem Bein.
"Aufgeschnitten wie ein Filet", beschrieb Vonn die notwendige Operation. Bei einem Kompartmentsyndrom baut sich durch Blutungen oder Schwellungen extrem hoher Druck in einem Muskel auf, was die Blutzufuhr unterbricht. Unbehandelt führt dies zu dauerhaften Schäden.
"Wenn ein Körperbereich so stark traumatisiert ist, dass sich zu viel Blut staut und im Grunde alles zerquetscht wird", erklärte die Skirennfahrerin die lebensbedrohliche Situation. Eine Fasziotomie – das chirurgische Öffnen der Muskelhüllen – rettete ihr Bein vor der Amputation.
Umfangreiche Knochenverletzungen
Vonn erlitt bei dem Sturz eine komplexe Tibiafraktur mit Trümmerbruch des Schienbeinkopfes. Zusätzlich brach sie sich den rechten Knöchel. "Alles war zertrümmert", beschrieb die Olympiasiegerin von 2010 das Ausmaß ihrer Verletzungen.
Langer Weg der Rehabilitation
Die Ski-Ikone konzentriert sich nun vollständig auf ihre Genesung. In den kommenden Wochen plant sie den Wechsel vom Rollstuhl zu Krücken. "Es wird etwa ein Jahr dauern, bis alle Knochen verheilt sind", erklärte Vonn.
Erst nach Abschluss dieser ersten Heilungsphase wird über die Entfernung der eingesetzten Metallteile entschieden. In einer weiteren Operation soll dann die endgültige Versorgung des gerissenen Kreuzbandes erfolgen.
Der Arzt, der die lebensrettende Fasziotomie durchführte, wurde von Vonn besonders gewürdigt: "Er hat mein Bein vor einer Amputation gerettet. Er hat mich gerettet."



