Skisprung-Legende äußert klaren Wunsch für Trainer-Nachfolge
Die Suche nach einem neuen Bundestrainer für die deutschen Skispringer gewinnt an Fahrt. Stefan Horngacher, der seit 2019 das Amt innehat, wird nach der aktuellen Saison aufhören. Skisprung-Idol Jens Weißflog hat nun in einem exklusiven Gespräch mit SPORT1 deutlich gemacht, welche Richtung die Nachfolge aus seiner Sicht einschlagen sollte.
Weißflog plädiert für deutschen Trainer
„Ich persönlich würde es gut finden, wenn es mal wieder ein deutscher Trainer wäre“, erklärte der 61-jährige Weißflog. Er betonte, dass damit ein wichtiges Signal gesendet werden könnte. „Wir müssen auch den deutschen Trainern mal wieder ein Zeichen geben, dass sie nicht immer nur in der zweiten Reihe zu finden sind und dass sie uns auch wichtig sind“, führte der ehemalige Weltklasse-Athlet aus.
Weißflog zeigte sich überzeugt, dass es in Deutschland geeignete Kandidaten gibt. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es da nicht einen gibt, der nicht auch das Potential hätte. Da gibt es schon zwei, drei, die in der Lage wären“, sagte er. Auf Nachfrage nannte er Ronny Hornschuh, den aktuellen Trainer des B-Kaders, als einen möglichen Anwärter.
Internationale Gerüchte und bisherige Tradition
Zuletzt waren Gerüchte aus Norwegen aufgekommen, wonach der Österreicher Alexander Stöckl den Posten übernehmen könnte. Dies wurde jedoch von DSV-Sportdirektor Horst Hüttel dementiert. Bemerkenswert ist, dass mit Horngacher und seinem Vorgänger Werner Schuster (2008-2019) bereits zwei Österreicher in Folge das Amt des Bundestrainers innehatten.
Alexander Stöckl, der von 2011 bis 2024 die norwegische Skisprung-Mannschaft trainierte, hatte einen unschönen Abgang erlebt. Norwegische Springer hatten sich über den 56-Jährigen beschwert und das Ende der Zusammenarbeit gefordert. Weißflog kommentierte dies zurückhaltend: „Ihn selbst kann ich nicht einschätzen. Er hat ja auch mit den Norwegern Erfolge gehabt. Ich finde, dass er jetzt da nicht mehr dabei war, ist ein bisschen von den Sportlern selbst betrieben worden. Aber die wahren Gründe kann ich nicht einschätzen.“
Entscheidung steht noch aus
Wer letztendlich die Nachfolge von Stefan Horngacher antreten wird, ist noch völlig offen. Horst Hüttel bestätigte am Dienstag gegenüber dem SID, dass „der Gesprächsprozess“ mit möglichen Kandidaten bereits läuft. Gleichzeitig betonte er: „Wir wollen hier aber den Fokus auf die Olympischen Spiele legen.“ Klarheit soll dennoch noch vor dem Ende der laufenden Saison herrschen.
Die Diskussion um die künftige Ausrichtung des deutschen Skisprung-Trainerstabs bleibt damit spannend. Während Jens Weißflog klar für eine deutsche Lösung plädiert, zeigt die jüngere Vergangenheit, dass auch internationale Trainer erfolgreich waren. Die Entscheidung des Deutschen Skiverbands wird mit Spannung erwartet.



