Die Nachfrage nach Elektroautos in Europa hat im ersten Quartal 2026 deutlich angezogen. Laut dem europäischen Herstellerverband Acea stiegen die Neuzulassungen von E-Fahrzeugen um 32,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Insgesamt wurden knapp 550.000 Elektroautos neu zugelassen. Auch Hybridfahrzeuge legten um 12,8 Prozent zu, während Plug-in-Hybride sogar ein Plus von 29,7 Prozent verzeichneten. Benziner und Diesel verloren dagegen an Boden: Die Zulassungen von Benzinern sanken um 18,2 Prozent, Diesel um 15,7 Prozent.
Hohe Spritpreise treiben E-Auto-Nachfrage
Ein wesentlicher Grund für den Boom bei Elektroautos sind die rekordhohen Kraftstoffpreise. Seit Iran als Reaktion auf den US-Angriff die Straße von Hormus blockiert, sind Benzin und Diesel in Deutschland im April so teuer wie nie zuvor. Zwar sind die Preise zuletzt leicht gesunken, bleiben aber auf einem hohen Niveau. Ein Ende der Blockade ist nicht absehbar. Ein Liter Diesel kostet aktuell etwa 2,10 Euro. Viele Autofahrer steigen daher auf strombetriebene Fahrzeuge um, um die hohen Kosten zu umgehen.
Marktanteile: Hybrid weiterhin Spitzenreiter
Trotz des starken Anstiegs haben Elektroautos laut Acea nur einen Marktanteil von 19,4 Prozent. Den größten Anteil halten weiterhin Hybridwagen mit 38,6 Prozent, gefolgt von Benzinern mit 22,6 Prozent. Diesel kommen auf 15,7 Prozent, Plug-in-Hybride auf 9,5 Prozent. Die Neuzulassungen insgesamt stiegen im ersten Quartal um vier Prozent auf rund 2,8 Millionen Fahrzeuge. Allein im März betrug das Plus fast 13 Prozent.
Experte warnt vor Strohfeuer
Der Autoexperte Constantin Gall von der Beratungsfirma EY zeigt sich jedoch skeptisch. Er befürchtet, dass der starke März ein Strohfeuer sein könnte. Es scheine, als hätten einige Hersteller zum Quartalsende noch in großem Stil Neuwagen in den Markt gedrückt, etwa über Tageszulassungen. Gall erwartet in den kommenden Monaten eine deutlich verhaltenere Entwicklung. Die Spannungen im Nahen Osten, die massiv steigenden Kraftstoffpreise und eine wahrscheinlich deutlich steigende Inflation würden den Neuwagenmarkt bremsen, da in unsicheren Zeiten große Anschaffungen vertagt würden.
Forschung an alternativen Antrieben
Unterdessen arbeiten Forscher an neuen Antriebstechnologien. Ein Fraunhofer-Institut hat ein Auto mit Ammoniakantrieb entwickelt, das kein Kohlendioxid ausstößt. Diese Technik könnte in Zukunft eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Verbrennern und Batterien bieten. Die Entwicklung ist jedoch noch nicht marktreif.
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die E-Mobilität in Europa weiter an Fahrt gewinnt, auch wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schwierig bleiben. Ob der Trend anhält, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.



