Tesla investiert 250 Millionen in Batteriezellfertigung in Grünheide
Tesla investiert 250 Mio. in Batteriezellfertigung in Grünheide

Der US-Elektroautobauer Tesla stockt sein Personal für die Batteriezellfertigung in Brandenburg auf und investiert knapp 250 Millionen US-Dollar. Ab 2027 sollen in der Gigafactory Berlin-Brandenburg in Grünheide sowohl Batteriezellen als auch Elektroautos an einem Standort produziert werden. Das Unternehmen kündigte an, mehr als 1500 neue Mitarbeiter einzustellen, um die Voraussetzung für eine jährliche Produktion von 18 Gigawattstunden Batteriezellen zu schaffen.

Investition nach Absatzeinbruch

Die Investition von knapp 250 Millionen US-Dollar (etwa 214 Millionen Euro) erfolgt nach einem Absatzeinbruch. Tesla hatte die Gigafactory vor rund vier Jahren eröffnet und zunächst eine Produktion von 500.000 Autos pro Jahr anvisiert, die auf eine Million verdoppelt werden sollte. Zuletzt waren die Produktions- und Zulassungszahlen jedoch gesunken. Das erste Quartal 2026 zeigte jedoch eine Besserung: Die Nachfrage in Asien und Südamerika legte ungebrochen zu, während sie sich in Europa und Nordamerika erholte.

Trendwende im Jahresauftakt

Tesla erkennt offenbar eine Trendwende: Im April gab der Autobauer bekannt, neue Mitarbeiter einzustellen, um die Produktion wegen gestiegener Nachfrage auf 6000 Fahrzeuge pro Woche zu steigern – rechnerisch 300.000 pro Jahr. In der Gigafactory sind derzeit 10.700 Menschen beschäftigt. Zudem will Tesla rund 500 Leiharbeitnehmer im Laufe des Jahres in feste Arbeitsverhältnisse übernehmen.

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Bislang werden in Brandenburg nur Komponenten produziert; die Zellen kommen aus den USA. Europa hinkt bei der Fertigung von Batteriezellen für E-Autos vor allem Asien hinterher. Tesla-Chef Elon Musk hatte bereits 2020 angekündigt, das Werk bei Berlin zur weltgrößten Batteriefabrik zu machen.

Politische Reaktionen

Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) sieht in der Ankündigung einen wichtigen Kontrapunkt zur Debatte über Unsicherheiten und wirtschaftliche Risiken. „Deutschland ist weiterhin in der Lage, große industrielle Investitionen anzuziehen“, sagte Klement. Die Batterietechnologie werde für industrielle Wertschöpfung und moderne Mobilität in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle spielen.

Die Ankündigung kommt auch vor dem Hintergrund eines Machtkampfs im Werk: Die IG Metall hat bislang wenig Einfluss, und vor der Betriebsratswahl sorgte das Management mit fragwürdigen Methoden für Aufsehen. Tesla-Chef Musk schwörte die Belegschaft per Videobotschaft auf Kurs ein, während Gewerkschaftsmitglieder von Security abgeholt wurden.

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