GTI ohne Benzin – geht das überhaupt? Für viele ist es ein Sakrileg, für andere längst überfällig: Volkswagen macht ernst und schickt den GTI in die Elektro-Zukunft. Der ID.Polo ist der erste Versuchsträger.
Das Konzept bleibt gleich – nur der Antrieb ändert sich
Das Konzept bleibt eigentlich gleich: ein erschwinglicher Kompaktsportler, der Alltag und Fahrspaß verbindet. Nur eben ohne Verbrenner. Stattdessen übernimmt ein Elektromotor die Arbeit – und der hat es in sich. Was auf dem Papier noch gewöhnungsbedürftig klingt, fühlt sich auf der Straße überraschend vertraut an. Wir konnten ein nahezu serienreifes Modell bereits fahren. Und der erste Eindruck: Das könnte für VW ein echter Volltreffer werden.
VW ID.Polo GTI: Zwei Charaktere per Knopfdruck
Der neue ID.Polo GTI kann plötzlich doppelt. Im normalen Fahrmodus gibt er sich entspannt, fast brav. Leise, komfortabel und erstaunlich souverän rollt er über Landstraßen, federt Unebenheiten sauber weg und bringt seine 290 Nm Drehmoment ordentlich auf die Straße. Alles wirkt erwachsen, durchdacht und angenehm ruhig. Die Sitze sind bequem, das Cockpit aufgeräumt, die Bedienung endlich logisch. Ein echtes Highlight: Die Anzeigen lassen sich im Retro-Stil darstellen – eine Hommage an den legendären Golf I. Kurz gesagt: Im Alltag ist der elektrische GTI ein richtig guter Kleinwagen. Platz für fünf Personen, rund 440 Liter Kofferraum und moderne Technik inklusive.
Ein Knopfdruck und die Sau ist los
Doch dann kommt der Moment, der alles verändert. Der GTI-Knopf am Lenkrad. Ein Druck und der ID.Polo wird zur Spaßmaschine. Launch Control, direkte Lenkung, straffes Fahrwerk: Jetzt zeigt der Elektro-GTI, was er kann. Er hängt sofort am Strompedal, zieht kräftig an und stürmt durch Kurven, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Die Vorderachse bleibt dank elektronischer Differenzialsperre sauber in der Spur, die Sitze geben festen Halt, die Bremsen lassen sich exakt dosieren. Das Ergebnis: überraschend viel Fahrspaß. Mehr, als man einem Elektro-Polo zutrauen würde.
Verbrauch hoch, Sound fast weg
Ganz ohne Haken geht es aber nicht. Wer den GTI sportlich bewegt, treibt den Verbrauch schnell nach oben. Statt der angegebenen 12 kWh (Kilowattstunden/100 km) sind locker über 20 kWh drin. Die Reichweite schrumpft dann auf rund 250 Kilometer. Wer gemütlich fährt, kommt dagegen auf die versprochenen etwa 424 Kilometer. Und dann ist da noch der Sound. Oder besser gesagt: keiner. VW versucht zwar, künstlich nachzuhelfen. Doch das Ergebnis? Eher Spielerei als echtes Erlebnis. Immerhin: abschaltbar.
Preis: GTI wird Luxus
Der neue ID.Polo GTI geht ab Oktober in den Vorverkauf und startet bei 38.995 Euro. Viel Geld für einen Kleinwagen. Aber auch viel Technik und überraschend viel Fahrspaß.



