Ein in Deutschland und Europa wegen schwerer Cyberkriminalität gesuchter Deutscher ist in Bangkok festgenommen worden. Thailändische Ermittler verhafteten den jungen Mann am Freitag in einer Luxuswohnanlage im Bezirk Watthana. Gegen ihn liegen insgesamt 74 Haftbefehle vor, die Verbrechen aus den Jahren 2021 bis 2025 betreffen.
Dem Verdächtigen werden unter anderem Interneterpressung und Hacking vorgeworfen. Er soll Ransomwaredienste betrieben und Plattformen für sogenannte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) angeboten haben, bei denen Websites und Apps durch massenhafte Datenanfragen lahmgelegt werden. Für seine Dienste habe er direkte Zahlungen per Kryptowährung akzeptiert.
Die Festnahme erfolgte auf Ersuchen internationaler Behörden. Der Mann, der Berichten zufolge 26 oder 27 Jahre alt ist, lebte nach Beschreibung eines Onlineportals wie ein Bösewicht aus einem James-Bond-Film. Er leistete bei der Festnahme keinen Widerstand.
Die Ermittler beschlagnahmten einen Computer, drei iPads, ein weiteres Tablet, drei Smartphones, ein digitales Wallet und diverse andere elektronische Geräte. Vor seiner Zeit in Thailand hatte der Verdächtige unter anderem in Dubai und China gelebt, offenbar um einer Festnahme zu entgehen.
Die thailändischen Behörden entzogen dem Mann seinen Aufenthaltstitel und stuften ihn als Gefahr für die öffentliche und nationale Sicherheit ein. Er wartet nun in Haft auf seine Abschiebung nach Deutschland.



