Iran-Krieg treibt Aktien Erneuerbarer Energien in die Höhe
Iran-Krieg treibt Aktien Erneuerbarer Energien in die Höhe

Der Iran-Krieg hat die Energiesicherheit wieder in den Fokus gerückt. Seit dem Angriff der USA und Israels auf Iran am 28. Februar sind die Öl- und Gaspreise stark gestiegen. Der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent schoss von 70 Dollar auf bis zu 126 Dollar und erreichte damit ein Vierjahreshoch. Dies verstärkt den Wunsch vieler Länder nach Energiesouveränität und könnte Investitionen in Alternativen zu Öl und Gas beschleunigen.

An der Börse sind Aktien von Unternehmen der Erneuerbaren Energien plötzlich wieder gefragt. Der S&P Global Clean Energy Transition Index, der weltweit Unternehmen im Bereich Erneuerbare Energien abbildet, legte seit Anfang April um 15 Prozent zu. Im Gegensatz dazu verbuchte der fossile Schwesterindex S&P Global Oil ein Minus von gut einem Prozent. Auf Ein-Jahres-Sicht haben grüne Aktien mit einem Plus von 76 Prozent die Nase vorn, während Öl-Papiere nur um 48 Prozent zulegten.

Besonders gefragt sind Windkraftproduzenten wie Vestas und Ørsted aus Dänemark sowie deutsche Konzerne wie Siemens Energy und Nordex. Die Nordex-Aktie hat seit Jahresbeginn mehr als 60 Prozent hinzugewonnen und notiert aktuell so hoch wie seit 2002 nicht mehr. Im Gegensatz zu früheren Rallys steht nun nicht mehr der Klimaschutz im Vordergrund, sondern die Energiesouveränität.

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Chris-Oliver Schickentanz von der Capitell AG betont, dass der Iran-Krieg ein Umdenken beschleunigt habe. Ziel sei es, Abhängigkeiten von fossilen Brennstoffen und bestimmten Zuliefererregionen zu reduzieren. Auch Claudia Kemfert vom DIW sieht im Iran-Krieg ein starkes Argument für den schnelleren Ausbau Erneuerbarer Energien: Wer auf Öl und Gas setze, bleibe abhängig von Krisen, Konflikten und Preisschocks.

Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ist in Deutschland weiterhin hoch. Laut Eurostat-Zahlen aus dem Jahr 2024 bezog Deutschland rund 67 Prozent seiner verbrauchten Energie aus dem Ausland. EU-weit waren es 57 Prozent. Der Iran-Krieg hat die Notwendigkeit struktureller Veränderungen verdeutlicht, um für künftige Krisen gewappnet zu sein.

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