Halle erweitert Kryolager für medizinische Forschung mit Millionen-Investition
Halle baut Kryolager für Forschung aus

Halle erweitert Kryolager für medizinische Forschung mit Millionen-Investition

Die Universitätsmedizin Halle baut ihre Kapazitäten für die langfristige Aufbewahrung von medizinischen Proben massiv aus. Mit einer Investition von rund 9,3 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln soll das Kryolager auf dem Medizin-Campus Steintor deutlich erweitert werden. Dies ermöglicht eine noch bessere und längere Konservierung von Blut- und Gewebeproben für die wissenschaftliche Forschung.

Lagerung bei Extremtemperaturen ähnlich dem Permafrost

Die Proben werden durch extrem niedrige Temperaturen über Jahrzehnte hinweg haltbar gemacht, erklärt Biobank-Leiterin Melanie Zinkhan. „Das Prinzip ähnelt dem natürlichen Permafrost: Je kälter es ist, desto weniger Stoffwechselprozesse finden statt, und die Proben bleiben unverändert.“ Seit drei Jahren ist die zentrale Biobank im Routinebetrieb und hat bereits mehr als 16.000 Blutproben verarbeitet. Im September 2025 willigte der 10.000. Patient ein, Proben für die Forschung zu spenden.

Mehr Kapazität für die Erforschung seltener Krankheiten

Der geplante Erweiterungsbau umfasst:

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  • 40 Tiefkühlschränke mit einer Temperatur von minus 80 Grad Celsius
  • 20 Stickstoffbehälter, die bis zu minus 195 Grad Celsius erreichen

In diesen Einrichtungen können Proben etwa 30 Jahre lang gelagert werden. „Besonders bei seltenen Erkrankungen braucht es viele Jahre, um eine ausreichende Menge an Proben für die Forschung zu sammeln“, betont Zinkhan. Zusätzlich ermöglicht die Lagerung von Referenzproben derselben Patienten die Untersuchung von Veränderungen im Krankheitsverlauf.

Bauzeitplan und politische Unterstützung

Der Baubeginn ist für den Herbst 2026 vorgesehen, mit einer geplanten Fertigstellung Mitte 2028. Wissenschaftsminister Armin Willingmann unterstreicht die Bedeutung dieser Investition: „Sie stärkt die Forschungsinfrastruktur in Sachsen-Anhalt und trägt dazu bei, medizinische Durchbrüche voranzutreiben.“ Die Erweiterung des Kryolagers in Halle markiert einen wichtigen Schritt für die Zukunft der medizinischen Forschung in Deutschland.

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