Meereis-Experte Hajo Eicken wird neuer Direktor des Alfred-Wegener-Instituts
Meereis-Experte leitet Alfred-Wegener-Institut

Neue Führung für renommiertes Polarforschungsinstitut

Das Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven steht vor einem Führungswechsel. Ab dem 20. März übernimmt der international anerkannte Glaziologe Hajo Eicken die Position des wissenschaftlichen Direktors. Der 60-jährige Wissenschaftler gilt als ausgewiesener Experte für Meereisforschung und bringt wertvolle transatlantische Erfahrungen mit.

Von Alaska zurück nach Bremerhaven

Hajo Eicken kehrt damit an seine wissenschaftlichen Wurzeln zurück. Der in Bremerhaven geborene Forscher promovierte 1990 an der Universität Bremen und arbeitete bis 1997 bereits am AWI im Bereich der ozeanischen und atmosphärischen Physik. Anschließend wechselte er für mehr als zwei Jahrzehnte an die Universität von Alaska in Fairbanks, wo er zuletzt zehn Jahre lang das International Arctic Research Center leitete.

„Meine langjährige Tätigkeit in Alaska bestand zu einem erheblichen Teil darin, Brücken zu bauen“, erklärte Eicken zu seinem Wechsel. Diese Fähigkeit möchte er nun auch in Bremerhaven einbringen und dabei besonders auf die enge Kooperation mit anderen Wissenschaftlern, der Politik und der Wirtschaft setzen. Konkrete Anwendungsfelder sieht er unter anderem in der Beratung von Behörden bei Fragen des Wasser- und Küstenschutzes.

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Breite Unterstützung aus Wissenschaft und Politik

Die Ernennung Eickens stößt auf breite Zustimmung. Martin Keller, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, zu der das AWI gehört, betonte: „Hajo Eicken ist eine starke und überzeugende Wahl für das AWI. Er gehört zu den führenden Polarforschern weltweit und bringt eine transatlantische Perspektive mit, die in einer sich wandelnden Welt zunehmend an Bedeutung gewinnt.“

Auch Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) begrüßte die Entscheidung nachdrücklich. „Das Alfred-Wegener-Institut ist zentral für Deutschlands hervorragende Position in der Meeres- und Polarforschung“, so die Ministerin. „Ich freue mich daher außerordentlich, dass wir Professor Hajo Eicken als international renommierten Arktisforscher für den Standort Deutschland gewinnen konnten.“

Wechsel nach sieben Jahren unter Antje Boetius

Eicken folgt auf die Meeresbiologin Antje Boetius, die das Institut sieben Jahre lang erfolgreich geleitet hatte. Boetius forscht inzwischen in Kalifornien weiter. Mit Hajo Eicken übernimmt nun ein Wissenschaftler die Leitung, dessen Expertise im Bereich des Meereises besonders relevant ist – angesichts der rapiden Veränderungen in den Polarregionen durch den Klimawandel eine Schlüsselkompetenz für die zukünftige Forschungsausrichtung des Instituts.

Die Rückkehr des gebürtigen Bremerhaveners an seine alte Wirkungsstätte markiert einen bedeutenden Moment für die deutsche Polarforschung. Eickens umfangreiche internationale Erfahrungen und sein Netzwerk werden dem AWI neue Impulse verleihen und die Position Deutschlands in diesem wichtigen Forschungsfeld weiter stärken.

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