Forscher entdecken uralten Pflanzenfresser: Mikrosaurier konnte bereits vor 307 Millionen Jahren Pflanzen kauen
Mikrosaurier war früher Pflanzenfresser vor 307 Millionen Jahren

Revolutionäre Entdeckung: Dieser Urzeit-Vierbeiner kaute bereits Pflanzen

In einer bahnbrechenden Studie haben Wissenschaftler einen versteinerten Schädel aus dem Carbon-Zeitalter analysiert und dabei eine erstaunliche Erkenntnis gewonnen: Der Mikrosaurier Tyrannoroter heberti konnte offenbar bereits vor 307 Millionen Jahren Pflanzen kauen. Diese Entdeckung stellt bisherige Annahmen über die Ernährungsgewohnheiten früher Landwirbeltiere grundlegend in Frage.

Ein spezialisiertes Gebiss für pflanzliche Nahrung

Das internationale Forschungsteam untersuchte den fossilen Schädel mittels modernster Computertomografie und entdeckte ein außergewöhnliches Gebiss. Eine zusätzliche Zahnreihe am Gaumen ermöglichte es der Kreatur, Pflanzenmaterial effektiv zu zerquetschen. „Das zeigt, dass das Fressen von Pflanzen bis zu den frühesten landlebenden Tetrapoden zurückreicht – den uralten Verwandten aller Landwirbeltiere, uns eingeschlossen“, erklärt Studienautor Arjan Mann vom Field Museum in Chicago.

Der etwa 30 Zentimeter lange Mikrosaurier lebte in einer Zeit, als das Leben an Land noch in den Kinderschuhen steckte. Während die ersten Pflanzen bereits vor 475 Millionen Jahren das Festland erobert hatten, dauerte es weitere hundert Millionen Jahre, bis Wirbeltiere folgten. Diese frühen Landbewohner ernährten sich jedoch zunächst ausschließlich von anderen Tieren.

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Eine Mischkost aus Pflanzen und Tieren

Tyrannoroter heberti stellte eine revolutionäre Ausnahme dar. Die Forschungsergebnisse, die im Fachblatt »Nature Ecology & Evolution« veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass dieser Mikrosaurier wahrscheinlich eine omnivore Ernährungsweise pflegte. Neben Pflanzen verschlang er vermutlich auch kleinere Tiere wie Insekten. Dennoch markiert seine Fähigkeit, pflanzliche Nahrung zu verarbeiten, einen entscheidenden evolutionären Schritt.

Das Aussehen der Urzeit-Kreatur erinnert an heutige Eidechsen, doch handelt es sich streng genommen nicht um ein Reptil. Tyrannoroter heberti lebte lange bevor sich die evolutionären Wege von Reptilien und Säugetieren trennten.

Schwierige Bergung unter extremen Bedingungen

Entdeckt wurde das wertvolle Fossil im Jahr 2023 auf der kanadischen Kap-Breton-Insel durch den Hobby-Paläontologen Brian Hebert, nach dem das Urzeit-Tier benannt wurde. Die Übersetzung „Heberts Tyrannengräber“ spielt auf die äußerst schwierigen Bergungsbedingungen an.

„Wenn wir dort arbeiten, arbeiten wir gegen die Flut“, beschreibt Experte Mann die Herausforderungen. In der Provinz Nova Scotia herrscht ein außergewöhnlich starker Tidenhub, und die Fossilien stecken in felsigen Klippen am Ufer. Die Paläontologen müssen ständig darauf achten, nicht von herabfallenden Gesteinsbrocken getroffen zu werden.

Ein Meilenstein in der Evolutionsgeschichte

Laut den Forschenden gehört Tyrannoroter heberti in die zweite Phase der Landanpassung. Anders als die ersten Wirbeltiere an Land, die wahrscheinlich nur zeitweise das Wasser verließen, konnten diese Mikrosaurier dauerhaft an Land leben. Ihre Fähigkeit, Pflanzen zu verdauen, eröffnete völlig neue ökologische Nischen und ebnete den Weg für die spätere Vielfalt pflanzenfressender Landwirbeltiere.

Bislang ist nur der versteinerte Schädel von Tyrannoroter heberti erhalten geblieben. Aus Überresten artverwandter Lebewesen schließen die Wissenschaftler jedoch auf die Gesamtgröße und Lebensweise dieser faszinierenden Kreatur. Diese Entdeckung wirft ein neues Licht auf die frühe Evolution terrestrischer Ökosysteme und zeigt, wie komplex die Ernährungsstrategien bereits vor über 300 Millionen Jahren waren.

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