Internet gegen Geld: Mullahs zocken eigene Bevölkerung ab
Internet gegen Geld: Mullahs zocken eigene Bevölkerung ab

Seit Monaten erleben die Iraner einen digitalen Lockdown – den längsten staatlich verordneten Internet-Blackout der Geschichte. Nun planen die Mullahs, das Internet wieder einzuschalten, allerdings nicht für alle. Nur ein ausgewählter Personenkreis soll gegen hohe Gebühren wieder online gehen können. Das Regime will mit dem Programm „Internet Pro“ nicht nur Kasse machen, sondern auch genau überwachen, wer welche Informationen abruft oder verbreitet.

Hintergrund der Internetsperre

Bereits vor dem Krieg der USA und Israels gegen das Terrorregime in Teheran hatten die Mullahs wegen landesweiter Proteste eine Internet-Sperre verhängt. Seitdem ist das Land weitgehend offline: kein freier Zugang zum globalen Netz, keine unabhängigen Informationen, kein digitaler Kontakt zur Außenwelt für die große Mehrheit der Bevölkerung.

„Internet Pro“: Nur für Zahlungskräftige

Iranische Auslandsmedien berichten, dass in einem ersten Schritt ausgewählte Unternehmen und Institutionen wieder Zugang zum globalen Internet erhalten sollen. In einem zweiten Schritt soll auch die Bevölkerung wieder online gehen dürfen – allerdings nur der Teil, der es sich leisten kann. Voraussetzung sind neben bestimmten Tätigkeiten und hohen Gebühren auch die Registrierung mit persönlichen Daten. Die Umsetzung erfolgt auf Beschluss des Nationalen Sicherheitsrats und wird vom Nationalen Zentrum für Cyberspace koordiniert. Antragsteller müssen ein Gesuch mit Identitäts- und Berufsnachweisen bei einem eigens eingerichteten Gremium einreichen.

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Regimekontrolle und Überwachung

Bis zum Krieg gehörten Instagram, Telegram und WhatsApp für die meisten Iraner zum Alltag. Holly Dagres (40) vom Washington Institute erklärte gegenüber Iran International, das Internet und die sozialen Medien seien die einzige Möglichkeit gewesen, gehört zu werden. Die Aktivitäten wurden jedoch stets von den Mullahs überwacht, und die Revolutionsgarden griffen ein, wenn das Regime kritisiert wurde. Besonders jagte man Influencer. Ein schrecklicher Höhepunkt war die Ermordung von Diana Bahadori (19), bekannt als „Baby Rider“, einige Wochen vor dem Krieg und dem Internet-Shutdown. Die junge Frau fuhr mit ihrem Motorrad – Frauen durften bis zu ihrem Tod keinen Zweiradführerschein machen – und zeigte sich auf Instagram stets ohne Kopftuch.

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