Lenovo ThinkBook Plus Gen 6 Rollable: Notebook mit aufrollbarem Bildschirm im Test
Lenovo Notebook mit aufrollbarem Bildschirm im Praxistest

Lenovo ThinkBook Plus Gen 6 Rollable: Ein Notebook, das wachsen kann

Bei Technologiemessen wie der CES, IFA oder dem MWC präsentieren Hersteller regelmäßig beeindruckende Display-Innovationen. Während falt- und klappbare Smartphones bereits Realität sind, geht Lenovo mit dem ThinkBook Plus Gen 6 Rollable einen Schritt weiter. Dieses Notebook verfügt über einen Bildschirm, der sich auf Knopfdruck vertikal erweitert – aus 14 Zoll werden 16,7 Zoll. Nach der Vorstellung als Prototyp Anfang 2025 ist daraus nun ein käufliches Produkt geworden, das wir ausführlich getestet haben.

Erster Eindruck: Ungewöhnlich breite Ränder mit gutem Grund

Beim ersten Blick auf das rund 3850 Euro teure Gerät fällt sofort auf: Die Bildschirmränder sind mit knapp 1,5 Zentimetern ungewöhnlich breit. In einer Branche, die seit Jahren auf schmalste Ränder setzt, wirkt dies zunächst befremdlich. Der Grund dafür offenbart sich jedoch nach Betätigung der speziellen „Rauf-und-runter“-Taste, die Lenovo rechts oberhalb der Tastatur platziert hat.

Ein sanftes Surren ertönt, und innerhalb von achteinhalb Sekunden schiebt sich der Bildschirm nach oben. Aus 2000 × 1600 Pixeln werden 2000 × 2350 Pixel, die Bilddiagonale wächst von 14 auf 16,7 Zoll. Diese Mechanik erfordert den zusätzlichen Platz in den Rändern, erklärt also deren ungewöhnliche Breite.

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Display-Qualität: Hervorragend, aber empfindlich

Die Bildqualität des Displays überzeugt in beiden Zuständen. Farben werden realistisch und mit kräftigen Kontrasten wiedergegeben, Farbverläufe erscheinen natürlich und fließend. Allerdings basiert der rollbare Bildschirm auf Kunststoff statt Glas – Fachleute sprechen von Plastic Organic Light Emitting Diode (pOLED).

Diese Konstruktion macht das Display kratzempfindlich. Schon ein eingeklemmtes Sandkorn könnte beim Zusammenklappen Spuren hinterlassen. Für den Strandeinsatz ist das Gerät daher weniger geeignet, obwohl der größere Bildschirm mehr Schatten spenden könnte als herkömmliche Laptops.

Performance: Ausreichend für Alltagsaufgaben

Angetrieben wird das ThinkBook von einem Intel-Core-Ultra-7258-V-Prozessor, der einen guten Mix aus Leistung und Ausdauer bietet. Im Geekbench-6-Leistungstest erreicht er 2728 Punkte im Single-Core- und 10958 Punkte im Multi-Core-Bereich. Damit liegt er nur marginal vor einem Apple MacBook Pro von 2021.

Für Bild- und Videobearbeitung sowie typische Büroanwendungen reicht diese Performance aus. Umfangreiche Programmierprojekte könnten jedoch etwas länger zum Kompilieren benötigen. Die Tastatur überzeugt mit angenehm weichem, präzisem Anschlag, während das Trackpad mit einem störenden Klapperton bei jedem Druck negativ auffällt.

Zukunft der Rollbildschirm-Technologie

Lenovo scheint es mit der Rollbildschirm-Technologie ernst zu meinen. Auf der CES 2026 zeigte das Unternehmen bereits einen Prototypen, der den Bildschirm nicht nur nach oben, sondern auch auf die Rückseite des Geräts erweitert. Zudem kündigte Lenovo das Legion Pro Rollable an, bei dem sich der Bildschirm horizontal entfaltet – von 16 Zoll auf bis zu 23,8 Zoll.

Dieses Modell richtet sich mit Intel-Core-Ultra-9-Prozessor und NVIDIA-RTX-5090-Grafikkarte speziell an Gamer, muss dafür aber ein Gewicht von knapp drei Kilogramm in Kauf nehmen. Ähnlich wie Samsung mit faltbaren Smartphones bearbeitet Lenovo mit diesen Innovationen eine Nische, deren Erfolg sich letztlich am Markt entscheiden wird.

Fazit: Innovativ, aber noch mit Einschränkungen

Das ThinkBook Plus Gen 6 Rollable demonstriert eindrucksvoll, was mit aktueller Display-Technologie möglich ist. Die Bildqualität überzeugt, die Mechanik funktioniert zuverlässig, und die zusätzliche Bildschirmfläche bietet echten Mehrwert für bestimmte Anwendungen. Allerdings schränken die Kratzempfindlichkeit des Displays, das hohe Gewicht und der Premium-Preis die Alltagstauglichkeit ein.

Für Datenanalysten, Programmierer und alle, die flexible Displayflächen benötigen, könnte das Gerät interessant sein. Für den Massenmarkt dürfte es jedoch vorerst zu speziell bleiben. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob sich rollbare Bildschirme als neue Produktkategorie etablieren können oder eine technologische Spielerei bleiben.

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