Umfrage: Mehrheit sieht KI als Risiko für menschliche Beziehungen
Mehrheit sieht KI als Risiko für menschliche Beziehungen

Künstliche Intelligenz wird Beziehungsleben grundlegend verändern

Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland rechnet damit, dass Künstliche Intelligenz in den kommenden Jahren unser Sozialleben nachhaltig verändern wird. Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Branchenverbands Bitkom antworteten 54 Prozent der Befragten mit „Ja“ auf die Frage, ob KI Beziehungen und Freundschaften zwischen Menschen in den nächsten zehn Jahren grundlegend verändern werde. Dreißig Prozent verneinten diese Frage, während sechzehn Prozent sich nicht festlegen wollten oder konnten.

KI wird überwiegend als Risiko für zwischenmenschliche Bindungen wahrgenommen

Die Studie offenbart eine klare Tendenz in der Risikowahrnehmung: Fast zwei Drittel (65 Prozent) der befragten Personen ab 16 Jahren sehen in Künstlicher Intelligenz eher ein Risiko für Beziehungen und Freundschaften. Lediglich 22 Prozent betrachten die Technologie eher als Chance für zwischenmenschliche Interaktionen. Diese Einschätzung verdeutlicht die tiefgreifenden Bedenken, die mit der zunehmenden Durchdringung von KI in private Lebensbereiche einhergehen.

Künstliche Intelligenz wird bereits heute nicht mehr ausschließlich im beruflichen Kontext, Alltag oder Haushalt eingesetzt. Immer mehr Menschen ziehen KI-Systeme bei Beziehungsproblemen, Konflikten und in Krisengesprächen zu Rate. Für manche Nutzerinnen und Nutzer übernehmen Chatbots sogar die Funktion einer Art digitalen Bezugsperson oder ersatzweisen Freundes.

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Generationenunterschiede und geschlechtsspezifische Differenzen

Die Bitkom-Befragung zeigt markante Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Ein Viertel aller Nutzerinnen und Nutzer (26 Prozent) gibt an, Chatbots wie ChatGPT, Gemini oder Claude manchmal wie eine digitale Bezugsperson zu empfinden. Bei jüngeren Menschen unter 30 Jahren sind solche Erfahrungen und Erwartungen mit etwa 32 Prozent deutlich stärker ausgeprägt als in älteren Generationen.

Besonders interessant sind die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der emotionalen Bindung an KI-Systeme. Nur etwa jede zehnte Person kann sich grundsätzlich vorstellen, Gefühle für eine Künstliche Intelligenz zu entwickeln. Hier zeigen sich jedoch deutliche Diskrepanzen: Während rund 15 Prozent der befragten Männer der Aussage zustimmen, romantische Gefühle für eine KI oder einen KI-Avatar entwickeln zu können, sagen dies nur etwa 10 Prozent der Frauen.

Noch ausgeprägter ist der Unterschied bei der Frage nach Ersatzfunktionen: Lediglich 4 Prozent der Frauen stimmen der Aussage zu, dass KI für sie ein Ersatz für reale romantische oder sexuelle Beziehungen sein könnte. Bei Männern sind es mit 11 Prozent fast dreimal so viele Befragte, die diese Möglichkeit in Betracht ziehen. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass Frauen gegenüber emotionalen KI-Bindungen deutlich skeptischer eingestellt sind als Männer.

Gesellschaftlicher Wandel durch technologische Entwicklung

Die Umfrageergebnisse spiegeln einen gesellschaftlichen Diskurs wider, der sich mit den ethischen und sozialen Implikationen von Künstlicher Intelligenz auseinandersetzt. Während die Technologie einerseits neue Möglichkeiten der Kommunikation und Problemlösung bietet, wachsen gleichzeitig die Bedenken über mögliche Verluste an authentischer zwischenmenschlicher Interaktion. Die Studie des Bitkom, des Branchenverbands der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche, liefert damit wichtige Einblicke in die aktuelle öffentliche Meinungsbildung zu einem der zentralen Zukunftsthemen unserer Zeit.

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