Meta erwägt Gesichtserkennung in Smart-Brillen: Datenschutzbedenken im Fokus
Meta plant Gesichtserkennung in Smart-Brillen

Meta erwägt Gesichtserkennung in Smart-Brillen: Datenschutzbedenken im Fokus

Der Facebook-Konzern Meta denkt ernsthaft darüber nach, seine Kamera-Brillen mit einer Gesichtserkennungsfunktion auszustatten. In einer offiziellen Stellungnahme des Unternehmens heißt es, man höre häufig von Interesse an einer solchen Technologie. Allerdings prüfe Meta noch verschiedene Optionen und werde mit äußerster Vorsicht vorgehen, falls eine Einführung tatsächlich beschlossen werden sollte.

Frühere Kontroversen und aktuelle Überlegungen

Bereits in der Vergangenheit hatte Meta mit einer Gesichtserkennungsfunktion Ärger bekommen. Eine frühere Version, die automatisch bekannte Personen in Fotos kennzeichnete, wurde nach massiver Datenschutzkritik eingestellt. Der Konzern musste deswegen in den USA Milliardenbeträge zahlen, da biometrische Daten in großem Stil erfasst worden waren. Laut Medienberichten dachte Meta schon 2021, zur Markteinführung der ersten Brillen, über eine solche Funktion nach.

Jetzt berichtet die New York Times unter Berufung auf interne Dokumente, dass Meta seit Anfang des vergangenen Jahres intensiv über die Gestaltung einer Gesichtserkennungsfunktion nachdenkt. Besonders im Fokus stehen dabei die Datenschutzrisiken. Ein Vorschlag war, die Funktion zunächst für Teilnehmer einer Konferenz für Sehbehinderte zu veröffentlichen, um sie schrittweise einzuführen.

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Technische Details und mögliche Anwendungen

Die smarten Brillen von Meta, die in Europa unter den Marken Ray-Ban und Oakley verkauft werden, sind mit Kamera, Mikrofon und Lautsprechern ausgestattet, sehen aber herkömmlichen Brillengestellen sehr ähnlich. Zuletzt brachte Meta in den USA auch eine Brille auf den Markt, die Trägern Informationen auf einem kleinen Display im rechten Glas einblenden kann. Ein LED-Licht signalisiert, wenn die Kamera Aufnahmen macht.

Laut der New York Times wird die geplante Gesichtserkennungsfunktion nicht erlauben, jede beliebige Person zu identifizieren. Stattdessen werden verschiedene Optionen erwogen:

  • Die Brille könnte Menschen erkennen, mit denen Nutzer auf Meta-Plattformen wie Facebook oder Instagram verbunden sind.
  • Eine weiter gefasste Funktion könnte Personen identifizieren, die einen öffentlich zugänglichen Account bei Instagram oder anderen Diensten haben.

Bereits 2024 demonstrierten Harvard-Studenten, wie sie mit Hilfe der Meta-Brillen und einer Internet-Datenbank Fremde in der U-Bahn von Boston identifizieren konnten. Derzeit müssen Nutzer die Kameras der Brillen noch selbst aktivieren, aber Meta arbeitet auch an einer Funktion, die den gesamten Tag von Nutzern erfassen kann.

Strategische Bedeutung und Zukunftsperspektiven

Für Meta-Chef Mark Zuckerberg sind die Brillen eine wichtige Ergänzung für Künstliche Intelligenz, da die Software dank ihnen sehen und hören kann, was die Nutzer wahrnehmen. In internen Dokumenten wird darauf verwiesen, dass die Aufmerksamkeit potenzieller Kritiker angesichts der dynamischen politischen Entwicklung in den USA aktuell woanders liege, was die Einführung erleichtern könnte.

Der Konzern betont jedoch, dass man mit Bedacht vorgehen wird. Die Prüfung verschiedener Optionen und die Berücksichtigung von Datenschutzaspekten stehen im Mittelpunkt. Meta gehört neben Facebook und Instagram auch die Chatdienste WhatsApp und Messenger, was die Reichweite und potenzielle Anwendungsmöglichkeiten der Technologie unterstreicht.

Insgesamt zeigt die Diskussion um die Gesichtserkennung in Smart-Brillen, wie Technologieunternehmen die Grenzen zwischen Innovation und Privatsphäre ausloten. Meta steht vor der Herausforderung, eine funktionale und nützliche Technologie zu entwickeln, ohne erneut in Datenschutzskandale zu geraten.

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