Monitor-Strategie: Zwei Bildschirme oder ein Ultrawide-Display?
Wer am Computer arbeitet, kennt das Gefühl: Desktopfläche kann man nie genug haben. Schnelle Abhilfe schafft ein Zweitmonitor neben dem vorhandenen Display. Eine Alternative sind überbreite Monitore, die auf nur einem Fuß stehen und weniger Stellfläche beanspruchen. Das Magazin c't hat die Vor- und Nachteile beider Systeme analysiert und gibt praktische Tipps für den Alltag.
Die grundsätzliche Entscheidung
Ein zweiter Monitor mit gleicher Diagonale, vergleichbarer Mechanik und ähnlichem Rahmen lässt sich leichter auf dieselbe Höhe bringen wie der bisherige. Allerdings belegen zwei Geräte mehr Platz auf dem Schreibtisch. Wer diesen nicht hat oder nicht freiräumen möchte, greift zu einem größeren Monitor mit überbreitem Bildschirm. Dieser bietet eine merklich vergrößerte Arbeitsfläche bei weniger Kabeln und aufgeräumterem Schreibtisch.
Technische Kriterien im Vergleich
Für die Analyse wurden zwei 4K-Displays mit 27-Zoll-Diagonale (Dell U2725QE und S2725QC) sowie der überbreite 38-Zöller Dell UltraSharp U3824DW herangezogen. Ein wichtiger Aspekt ist die nutzbare Auflösung:
- Zwei nebeneinander gestellte 4K-Displays erzeugen 7680 × 2160 Pixel
- Der überbreite 24:10-Monitor bietet 3840 × 1600 Bildpunkte
Die höhere Pixeldichte spricht zunächst für die Zwei-Monitor-Lösung. Allerdings sind unskalierte Schriften an einem 4K-Display oft winzig, sodass die meisten Nutzer hochskalieren müssen – dann passt weniger Inhalt auf den Bildschirm.
Pixeldichte und Darstellung
Eine höhere Pixeldichte führt zu schärferer Darstellung. Am 21:9-Display mit 111 dpi wird weniger skaliert, weil Buchstaben und Icons bereits bei 1:1-Darstellung ausreichend groß sind. Adleraugen bevorzugen jedoch höhere Pixeldichte. Für optimale Ergonomie sollte das Monitorduo leicht zueinander gedreht stehen, während überbreite Schirme leicht gekrümmt sein sollten, um gleichen Betrachtungsabstand zu gewährleisten.
Anwendungsspezifische Empfehlungen
Überbreite Monitore empfehlen sich besonders für:
- Tabellenkalkulation
- Audio- und Videobearbeitung
- Gaming (sofern das Spiel das Format unterstützt)
Das Monitorduo ist besser geeignet für:
- Bildbearbeitung (wegen gleichmäßigerer Ausleuchtung)
- Arbeitsabläufe, bei denen Ablenkungen minimiert werden sollen
Praktische Einrichtungstipps
Für ein harmonisches Setup sollten beide Displays der Doppellösung dieselbe Auflösung und Diagonale besitzen – sonst bekommen Dokumente am Monitorübergang einen Knick und der Mauszeiger springt. Mindestens ein Monitor sollte höhenverstellbar sein, idealerweise mit 90-Grad-Drehung für Hochformat.
In Windows-Anzeigeeinstellungen platziert man die Monitore genau so, wie sie physisch stehen. Die native Auflösung sollte stets beibehalten werden, während der Skalierungsfaktor individuell angepasst werden kann.
Kabelmanagement und Anschlüsse
Wer Kabelsalat vermeiden will, kann den Zweitmonitor per Daisy Chain verbinden – vorausgesetzt, der Hauptmonitor unterstützt DisplayPort 1.2 mit Multi-Stream-Transport (MST). Per HDMI ist Verkettung nicht möglich. USB-C-Kabel müssen für Daisy Chaining geeignet sein; billige Varianten scheiden aus. Thunderbolt-Kabel (erkennbar am Blitzsymbol) taugen auch für USB-C, nicht aber umgekehrt.
Fazit: Was für wen?
Für mehr Pixel sollte man zum Zweitmonitor mit gleicher Auflösung und Diagonale greifen oder ein neues Monitorduo besorgen. Daisy Chain verhindert Kabelsalat, erfordert aber aktuelle Anschlüsse.
Für Medienbearbeitung ist der überbreite Monitor besser geeignet. Der Vorteil des ungeteilten Schirms kann die geringere Pixeldichte wettmachen. Mehr Pixel im Breitbild gibt es erst für deutlich mehr Geld.



