Beim autonomen Fahren jetzt nicht den Anschluss verpassen
Autonomes Fahren: Jetzt nicht den Anschluss verpassen

Autonomes Fahren: Die EU muss jetzt handeln

Das autonome Fahren rückt auch in Deutschland immer näher. Der US-Autobauer Tesla geht davon aus, dass sein Fahrassistenzsystem FSD (Full Self-Driving), das Fahrern weitgehend die Steuerung abnehmen soll, in den kommenden Monaten in der gesamten Europäischen Union zugelassen wird. In den Niederlanden dürfen Tesla-Fahrzeuge mit dem Assistenten – vom Menschen überwacht – bereits selbstständig fahren. Bei allen berechtigten Bedenken wäre die Zulassung von FSD eine sehr gute Nachricht für die Mobilität der Zukunft.

Risiken und Chancen abwägen

Selbstverständlich müssen alle Risiken und Gefahren des autonomen Fahrens gründlich abgewogen und – so weit wie möglich – ausgeschlossen oder zumindest minimiert werden. Dabei sind nicht nur technische Fragen, sondern auch juristische und sogar ethische Themen zu klären. Allen voran: Wer ist bei einem Unfall letztlich verantwortlich? Und wie kann das System entscheiden, wen es – im schlimmsten aller Fälle – überfahren soll, wenn in einer Situation keine andere Option mehr zur Verfügung steht?

Diese Fragen dürfen nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Dennoch überwiegen die Vorteile der Technologie: Das autonome Fahren macht das Reisen nicht nur viel bequemer und entspannter, sondern auch deutlich sicherer. Je nach Technologie und Automatisierungsgrad gehen Experten von einer fünf- bis siebenfach geringeren Unfallwahrscheinlichkeit aus. Derzeit können rund 90 Prozent der Verkehrsunfälle auf menschliches Versagen zurückgeführt werden. Autonome Systeme dagegen sind niemals müde oder abgelenkt und reagieren schneller als Menschen.

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Chance für deutsche Hersteller

Mehr Spielraum für autonome Lösungen in Europa wäre nicht nur eine gute Nachricht für Tesla, sondern auch für die deutschen Premiumhersteller. Denn gerade in dieser Zukunftstechnologie haben BMW und Mercedes-Benz enorme Expertise vorzuweisen und zum Teil sogar schon ein höheres Level als Tesla erreicht. Wenn sich die EU hier bewegt, ist das ein ermutigendes Signal für den alten Kontinent und seine Unternehmen. Noch viel zu häufig erweist sich die Gemeinschaft als Bremser und Bedenkenträger und gewichtet bei Innovationen mögliche Gefahren und Risiken viel höher als die Chancen.

Das autonome Fahren wird kommen – so oder so. Europa sollte bei dieser Revolution der Mobilität lieber ganz vorn mitfahren, als einmal mehr den Anschluss zu verpassen. Also: Nur Mut, EU.

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