Elektromobilität im Nahverkehr: EU-Stadtbusse fahren überwiegend emissionsfrei
EU-Stadtbusse: Mehrheit fährt emissionsfrei, Deutschland unter Durchschnitt

Mobilitätswende im Nahverkehr: Elektrobusse dominieren Europas Städte

Die Zukunft der urbanen Mobilität ist bereits heute auf Europas Straßen zu sehen. Eine aktuelle Untersuchung der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) offenbart einen bemerkenswerten Trend: Im Jahr 2025 waren mehr als die Hälfte aller neu zugelassenen Stadtbusse in der Europäischen Union emissionsfrei unterwegs. Diese Entwicklung markiert einen entscheidenden Schritt in der Verkehrswende und unterstreicht die Vorreiterrolle des öffentlichen Nahverkehrs bei der Einführung sauberer Antriebstechnologien.

Detaillierte Zahlen belegen den elektrischen Vormarsch

Die Analyse von T&E ergab, dass insgesamt 60 Prozent der neuen Stadtbusse in der EU im Jahr 2025 ohne schädliche Abgase fuhren. Davon wurden 56 Prozent rein batterieelektrisch angetrieben, während weitere vier Prozent mit Wasserstoff-Brennstoffzellen ausgestattet waren, die ebenfalls Elektromotoren mit Energie versorgen. Die verbleibenden 40 Prozent verteilten sich auf eine Mischung aus Hybrid-, Gas- und konventionellen Dieselbussen. Diese Zahlen übertreffen die von der Europäischen Union geforderten Quoten für saubere Fahrzeuge im öffentlichen Sektor bereits deutlich.

Seit dem Jahr 2019 verpflichtet eine EU-Richtlinie öffentliche Auftraggeber dazu, bei der Beschaffung von Straßenfahrzeugen Mindestanteile für emissionsfreie und saubere Modelle einzuhalten. Damals lag der Anteil von Elektrobussen noch bei bescheidenen 12 Prozent. Der aktuelle Bericht zeigt, dass der Transformationsprozess in den letzten Jahren erheblich an Dynamik gewonnen hat. Selbst eine geplante – und derzeit kontrovers diskutierte – Vorgabe für das Jahr 2030, die für Stadtbusse einen emissionsfreien Anteil von mindestens 90 Prozent vorsieht, könnte laut T&E angesichts des derzeitigen Tempos übertroffen werden.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Deutschland hinkt dem europäischen Spitzenfeld hinterher

Während die Gesamtentwicklung in der EU positiv verläuft, zeigt sich Deutschland im Vergleich eher verhalten. Hierzulande war im Jahr 2025 etwa jeder zweite neue Stadtbus emissionsfrei: 41 Prozent fuhren batterieelektrisch, und weitere neun Prozent nutzten Brennstoffzellentechnologie. Damit liegt die Bundesrepublik unter dem EU-Durchschnitt von 60 Prozent. Interessanterweise spielt die Wasserstofftechnik in den meisten anderen Mitgliedsstaaten eine noch geringere oder gar keine Rolle; die meisten Brennstoffzellenbusse wurden tatsächlich in Deutschland verkauft, obwohl ihr Marktanteil insgesamt nahezu stagniert.

Fünf EU-Länder konnten im Jahr 2025 sogar einen Anteil von 100 Prozent emissionsfreier Stadtbusse vorweisen, darunter Dänemark, Estland und Slowenien. Sechs weitere Nationen erreichten Werte von über 90 Prozent, wie etwa die Niederlande, Finnland und Rumänien. Seit dem Jahr 2020 steigt der Marktanteil von Elektrobussen kontinuierlich an, wobei der Wandel in Osteuropa aktuell besonders dynamisch verläuft. Allerdings verfehlten fünf Länder – Tschechien, Ungarn, Estland, Kroatien und die Slowakei – in diesem Zeitraum ihre eigenen Ziele.

Die Daten von Transport & Environment machen deutlich, dass der öffentliche Nahverkehr eine Schlüsselrolle bei der Reduktion von Verkehrsemissionen spielt. Während Deutschland noch Aufholbedarf hat, setzen viele europäische Nachbarn bereits voll auf elektrische Antriebe. Die fortschreitende Elektrifizierung der Busflotten ist ein wesentlicher Baustein für saubere Luft in den Städten und trägt maßgeblich zur Erreichung der europäischen Klimaziele bei.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration