Düsseldorf testet fernbediente Kleinbusse: Ein Operator lenkt zwei Shuttles vom Kontrollraum aus
Fernbediente Kleinbusse: Düsseldorf startet Pilotprojekt

Pilotprojekt in Düsseldorf: Fernbediente Kleinbusse revolutionieren den Nahverkehr

Am Düsseldorfer Flughafen startet im Mai ein wegweisendes Pilotprojekt, das die Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) prägen könnte. Zwei kleine Passagiertransporter werden auf einer zweieinhalb Kilometer langen Teststrecke verkehren – gesteuert nicht von einem Fahrer vor Ort, sondern von einem Operator in einem entfernten Kontrollraum. Dieses innovative Konzept der sogenannten Teleoperation wird von der Rheinbahn und Mira, einer Tochtergesellschaft des Rüstungskonzerns Rheinmetall, gemeinsam erprobt.

So funktioniert die Fernsteuerung der Shuttles

Der Steuermann lenkt die Elektro-Transporter ausschließlich über das Mobilfunknetz. In seinem Kontrollraum blickt er auf mehrere Bildschirme, die ihm Live-Bilder der Kameras an Bord der Fahrzeuge liefern. Bereits auf der internationalen Robotik-Messe Xponential demonstrierte Mira dieses System eindrucksvoll: Ein Mitarbeiter steuerte vom Messestand aus ein Auto, das draußen seine Runden drehte.

Ein entscheidender Vorteil dieses Systems liegt in der Personalersparnis. Ein einzelner Operator kann nacheinander verschiedene Transporter lenken, anstatt dauerhaft in einem Fahrzeug zu sitzen. In Düsseldorf wird der Mensch am Bildschirm abwechselnd beide Shuttles steuern – immer wenn eines sein Ziel erreicht hat, schaltet er zum anderen um. Während Shuttle A die Strecke befährt, wartet Shuttle B. Sobald A angekommen ist, übernimmt der Operator die Steuerung von B. Aus ursprünglich zwei Arbeitsplätzen wird so einer.

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Sicherheitsfahrer bleibt vorerst an Bord

Ganz ohne menschliche Präsenz im Fahrzeug läuft der Test jedoch noch nicht ab. Ein Sicherheitsfahrer bleibt an Bord, um im Notfall eingreifen zu können – aktiv fahren soll er aber nicht. Die Passagiere registrieren sich vor der Fahrt per App und rufen den Shuttle bei Bedarf. Interessant ist, dass das Regelwerk Ende 2025 gelockert wurde. Neue Tests könnten somit komplett fahrerlos durchgeführt werden, doch in Düsseldorf fährt vorerst weiter ein Mensch aus Sicherheitsgründen mit.

Annette Grabbe, Vorständin der Rheinbahn, betont die Dringlichkeit solcher Innovationen: „Der ÖPNV steht unter enormem Druck: zu wenig Personal, zu wenig Geld. Neue Technologien können helfen, den Betrieb trotzdem stabil am Laufen zu halten.“ Entscheidend sei, dass durch solche Systeme ein echter Mehrwert für die Fahrgäste im Alltag entstehe. Erst nach Auswertung der umfangreichen Testdaten will die Rheinbahn entscheiden, ob die Fernsteuerung dauerhaft im Linienbetrieb zum Einsatz kommt.

Drei zentrale Fragen im Praxistest

Der Testbetrieb am Flughafen konzentriert sich auf drei Kernfragen:

  1. Funktioniert die Fernsteuerung zuverlässig und sicher unter realen Bedingungen?
  2. Steigen Fahrgäste in ein fernbedientes Fahrzeug ein und akzeptieren sie diese Technologie?
  3. Rechnet sich das Modell wirtschaftlich für den öffentlichen Nahverkehr?

Mira-Firmenchef Win Neidlinger wertet das Projekt als wichtigen Meilenstein für die Mobilitätswende: „Durch die effiziente Teleoperation von On-demand-Shuttles leisten wir einen realen Beitrag zur Bewältigung des Personalmangels und schaffen die Grundlage, Mobilitätsangebote zuverlässig zu sichern und gezielt auszubauen.“ Der Testbetrieb sei ein entscheidender Schritt, um Teleoperation aus dem Pilotstadium in konkrete Anwendungsfälle im öffentlichen Verkehr zu überführen.

Dieses Pilotprojekt könnte wegweisend sein für die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs in deutschen Städten. Sollte sich die Fernsteuerung von Fahrzeugen bewähren, könnte sie helfen, trotz Personalmangel ein flächendeckendes Mobilitätsangebot aufrechtzuerhalten und sogar auszubauen.

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