Lufthansa reduziert Sitzabstand in neuer Kurzstrecken-Kabine - Mehr Kniefreiheit versprochen
Lufthansa schrumpft Sitzabstand in neuer Kurzstrecken-Kabine

Lufthansa modernisiert Kurzstreckenflotte mit gemischten Veränderungen

Die Deutsche Lufthansa AG hat eine umfassende Kabinenmodernisierung für ihre Kurzstreckenflugzeuge des Typs Airbus A320 angekündigt. Die Umrüstung soll im Laufe des Frühjahrs beginnen und bringt sowohl Verbesserungen als auch kontroverse Veränderungen mit sich.

Neue Ausstattung mit technischen Upgrades

Die Airline verspricht zahlreiche Neuerungen für Passagiere. Dazu gehören:

  • Komplett neue Sitzmodelle mit ergonomisch optimierten Kopfstützen
  • Durchgängige Ladebuchsen für mobile Endgeräte an jedem Sitzplatz
  • Integrierte Halterungen für Tablets und Smartphones
  • Um 40 Prozent vergrößerte Gepäckfächer über den Sitzen

Kontroverse: Reduzierter Sitzabstand in Teilen der Kabine

Was die Fluggesellschaft in ihrer offiziellen Kommunikation nicht hervorhebt, haben unabhängige Recherchen des Portals „Travel-dealz“ aufgedeckt: In der neuen Kabinenkonfiguration wird der Sitzabstand in einigen Bereichen des Flugzeugs deutlich reduziert.

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Derzeit verfügt die Lufthansa-Flotte über etwa 20 A320 mit 168 Sitzplätzen und eine ähnliche Anzahl mit 180 Plätzen. Nach der Umrüstung sollen alle Maschinen einheitlich 180 Sitze erhalten. Diese Verdichtung führt zu strukturellen Veränderungen:

  • Die Toiletten werden nach hinten verlegt und verkleinert
  • Der Sitzabstand variiert je nach Position im Flugzeug

Während die aktuellen 168-Sitzer fast durchgehend 76 Zentimeter Sitzabstand bieten, zeigen die Pläne für die neue Konfiguration deutliche Unterschiede. Orientierung bieten hier die bereits im Einsatz befindlichen A320neo mit gleichem Sitzmodell und 180 Plätzen:

  • In der hinteren Hälfte des Flugzeugs: 74 Zentimeter Sitzabstand
  • In den beiden hintersten Reihen: nur noch 71 Zentimeter

Zudem kritisieren Experten, dass die Klapptische der neuen Sitze merklich kleiner ausfallen als bei den Vorgängermodellen.

Lufthansa-Stellungnahme: Standardisierung und ergonomische Verbesserungen

Eine Sprecherin der Fluggesellschaft relativiert die Kritik: „Die Diskussion um Sitzabstände ist nicht neu. Sowohl Tische als auch Sitzabstände werden auf den Standard der neueren A320-Flugzeuge angeglichen.“

Sie erklärt weiter: „Die Tische werden dabei baulich bedingt minimal kürzer. Der Sitzabstand variiert in den umgerüsteten A320 von maximal 81,3 Zentimetern bis minimal 71,1 Zentimetern – letzteres allerdings nur in wenigen Sitzreihen.“

Die Airline betont dabei einen wichtigen ergonomischen Aspekt: „Sitzabstand ist das eine, mehr Freiheit für die Knie das andere. Im Vergleich zum Vorgänger-Sitz wurden durch ergonomische Optimierungen im Kniebereich etwa 2,5 Zentimeter gewonnen.“

Europäischer Vergleich: 71 Zentimeter als untere Grenze

Ein Sitzabstand von 71 Zentimetern ist im europäischen Luftverkehr eher selten anzutreffen. Diese Dimension erreichen normalerweise nur bestimmte Billigfluggesellschaften wie Wizzair oder Easyjet in ausgewählten Konfigurationen.

Interessanterweise setzt auch die Lufthansa-Tochter Eurowings in ihren A320neo teilweise auf 71 Zentimeter Sitzabstand – konkret in den Reihen hinter den Notausgängen über den Flügeln.

Fazit: Modernisierung mit Kompromissen

Die Kabinenmodernisierung der Lufthansa stellt einen typischen Kompromiss der modernen Luftfahrt dar: Einerseits werden Passagiere mit technischen Verbesserungen und mehr Stauraum belohnt, andererseits müssen sie in einigen Kabinenbereichen mit weniger Beinfreiheit auskommen.

Die größeren Gepäckfächer und die durchgängige Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten dürften besonders für Geschäftsreisende und Vielflieger von Vorteil sein. Die reduzierten Sitzabstände in den hinteren Reihen werden dagegen vor allem für Langstrecken-Pendler auf innereuropäischen Flügen spürbar sein.

Die Airline setzt dabei auf die ergonomischen Optimierungen, die trotz geringerem Sitzabstand mehr Kniefreiheit versprechen. Ob diese Rechnung für die Passagiere aufgeht, wird sich in der Praxis zeigen müssen.

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