Wanderstöcke richtig nutzen: Länge, Material und Tipps für die Wandersaison
Wanderstöcke: Länge, Material und Tipps für die Wandersaison

Wanderstöcke sind wertvolle Begleiter auf Bergtouren und Waldspaziergängen. Sie entlasten die Beine, verbessern die Stabilität und können die Ausdauer steigern. Doch nur wenn sie richtig ausgewählt und eingesetzt werden, entfalten sie ihre volle Wirkung. Wir erklären, worauf es bei Länge, Material und Handhabung ankommt und wann Sie besser auf Stöcke verzichten sollten.

Die richtige Länge finden

Eine einfache Faustformel hilft bei der Bestimmung der optimalen Stocklänge: Körpergröße in Zentimetern multipliziert mit 0,7. Für eine 1,80 Meter große Person ergibt das etwa 126 Zentimeter. Die Stiftung Warentest empfiehlt einen Spielraum von fünf bis zehn Zentimetern nach oben und unten, um die Stöcke an das Gelände anpassen zu können. Im Anstieg stellen Sie die Stöcke etwas kürzer ein, im Abstieg länger. Für flache Strecken gilt: Der Stock sollte auf dem Boden aufsetzen, wenn die Ellenbogen im 90-Grad-Winkel gebeugt sind.

Material: Aluminium oder Carbon?

Es gibt zwei Haupttypen von Wanderstöcken: Teleskop- und Faltmodelle. Teleskopstöcke lassen sich ineinander schieben, sind aber auch zusammengeklappt oft noch recht lang und müssen außen am Rucksack befestigt werden. Faltstöcke hingegen haben ein kleineres Packmaß und passen meist ins Rucksackinnere. Beim Material steht die Wahl zwischen Aluminium und Carbon. Carbonstöcke sind leichter und dämpfen Vibrationen besser, so der Tüv Süd. Aluminiumstöcke gelten als widerstandsfähiger gegenüber Schlägen und sind besonders im alpinen Gelände bruchfester. Die Spitzen der Stöcke eignen sich für Waldböden, Geröll und Wiesen. Für Asphaltwege gibt es Gummiaufsätze, die den Stock schonen und zusätzlichen Grip bieten.

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Korrekte Anwendung für mehr Sicherheit

Die Hände werden von unten durch die Schlaufe geführt, um einen sicheren Halt zu gewährleisten. Eine Ausnahme bilden schwierige Abstiege: Hier nehmen Sie die Hände besser aus den Schlaufen, um bei einem Sturz die Hände frei zu haben. Beim Aufstieg setzen Sie die Stöcke parallel auf, um mit den Armen zusätzlichen Schwung zu geben. Im steilen Abstieg können Sie die Stöcke vor sich aufsetzen und den Oberkörper zum Abfedern nutzen. Achtung: Wenn die Spitzen auf glattem Gestein abrutschen, drohen Stürze. Kontrollieren Sie regelmäßig die Verschlüsse, besonders bei Teleskopstöcken, damit sie sich nicht unerwartet zusammenschieben.

Wann Stöcke sinnvoll sind – und wann nicht

Der Deutsche Alpenverein empfiehlt, Stöcke gezielt einzusetzen, wenn ihre Unterstützung nötig ist – etwa um die Knie bei hohen Stufen oder im Abstieg zu entlasten. Auf langen Touren verteilen sie die Belastung auf Beine und Arme und verzögern die Ermüdung. Dennoch gibt es Situationen, in denen Sie besser ohne Stöcke gehen. Der Alpenverein weist darauf hin, dass das Gehen ohne Stöcke die neuromuskuläre Feinabstimmung in den Beingelenken schult und so die Knie fit und gesund hält. Zudem kann ein intensiver Stockeinsatz die Handgelenke überlasten. Nutzen Sie die Stöcke daher bewusst und gönnen Sie Ihren Gelenken auch mal eine Pause.

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