Waymo zahlt für Türschließer: KI-Robotaxis scheitern an simplen Autotüren
Waymo zahlt für Türschließer bei Robotaxis

Waymo zahlt für Türschließer: KI-Robotaxis scheitern an simplen Autotüren

Die Autos fahren vollkommen selbstständig durch die Stadt, erkennen Ampeln, Radfahrer und Staus mühelos – doch an einer ganz banalen Sache scheitert die Hightech-Künstliche Intelligenz: an einer offen stehenden Tür. Die Google-Schwester Waymo, Marktführer bei Robotaxis in den USA, bezahlt deshalb Menschen dafür, Türen zu schließen, die Fahrgäste nach der Fahrt offen lassen.

Offene Türen als ernsthaftes Problem für autonome Fahrzeuge

Waymo betreibt in mehreren US-Städten einen fahrerlosen Taxidienst, unter anderem in San Francisco, Los Angeles und Phoenix. Mehr als 400.000 bezahlte Fahrten pro Woche kommen inzwischen zusammen. Doch wenn ein Fahrgast aussteigt und die Tür nicht richtig ins Schloss fällt, bleibt das Auto einfach stehen. Ohne Fahrer gibt es schließlich niemanden, der noch einmal nachdrückt.

Die Washington Post beschreibt das Problem anschaulich: Ein Passant hörte auf dem Sunset Strip in Los Angeles plötzlich eine Computerstimme aus einem stehen gebliebenen Jaguar-SUV rufen: „Bitte schließen Sie die rechte hintere Tür, danke.“ Erst als er die Tür zudrückte, rollte das Robotaxi weiter. Weil sich nicht immer zufällig jemand erbarmt, greift Waymo inzwischen systematisch auf menschliche Helfer zurück.

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Pilotprojekt mit DoorDash: Bis zu 9,50 Euro pro Türschließung

In Atlanta testet Waymo jetzt ein Pilotprojekt mit dem Lieferdienst DoorDash. Dessen Fahrer bekommen per App eine Meldung, wenn in ihrer Nähe ein Waymo mit offener Tür steht. Die Aufgabe ist simpel: hinlaufen, Tür schließen, weiter geht's. Ein im Netz veröffentlichter Screenshot zeigt: Für so einen Einsatz gibt es 11,25 US-Dollar – umgerechnet rund 9,50 Euro. Kein Essen abholen, kein Kunde, nur kurz Tür zu und kassieren.

Kosteneffiziente Lösung statt teurer Abschleppdienste

Bisher setzte Waymo laut Berichten teilweise Abschleppdienste ein. Helfer der Pannenplattform „Honk“ in Los Angeles sollen laut Washington Post bis zu 24 Dollar (rund 20 Euro) pro Einsatz fürs Türschließen bekommen, fürs Abschleppen sogar deutlich mehr. Mit DoorDash halbieren sich die Ausgaben erheblich.

Für Waymo lohnt sich die Investition ins Türenschließen: Jede Minute Stillstand kostet Geld. Je schneller das Auto wieder fährt, desto besser ist die Auslastung der teuren Hightech-Flotte. Und weil Lieferfahrer überall in der Stadt unterwegs sind, sind sie meist deutlich schneller vor Ort als ein Abschleppwagen.

Zukunftslösung: Automatische Schiebetüren in neuer Fahrzeuggeneration

Die nächste Fahrzeuggeneration soll automatische Schiebetüren bekommen, die sich selbstständig schließen. Dann wäre der Nebenjob als „Türschließer“ wohl wieder Geschichte. Bis dahin gilt: Auch im Zeitalter der künstlichen Intelligenz braucht es manchmal ganz reale Menschen, die der Maschine kurz unter die Arme greifen – oder eben die Tür ins Schloss drücken.

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