Artemis 2: Erste bemannte Mondmission seit Apollo startet mit historischer Crew
Artemis 2: Erste bemannte Mondmission seit Apollo startet

Historischer Start: Artemis 2 bringt erstmals seit Apollo wieder Menschen zum Mond

Es ist ein Meilenstein in der Raumfahrtgeschichte: Zum ersten Mal seit der letzten Apollo-Mission im Jahr 1972 startet mit Artemis 2 wieder eine bemannte Mission zum Mond. Die vierköpfige Crew wird den Erdtrabanten umrunden und dabei entscheidende Systemtests durchführen, die den Weg für eine geplante Mondlandung in zwei Jahren ebnen sollen. Eine Landung selbst ist bei dieser Mission noch nicht vorgesehen, doch sie markiert den entscheidenden Schritt zurück zum Mond.

Die Crew und ihre Mission

An Bord der gigantischen SLS-Rakete und der Orion-Kapsel befinden sich die drei US-Astronauten Reid Wiseman (50), Victor Glover (49) und Christina Koch (46) sowie der kanadische Astronaut Jeremy Hansen (49). Commander der Mission ist Reid Wiseman, der bereits Erfahrung auf der Internationalen Raumstation gesammelt hat und dort unter anderem mit dem deutschen Astronauten Alexander Gerst zusammengearbeitet hat. Die Mission ist auf eine Dauer von etwa zehn Tagen ausgelegt, wobei der Start spätestens bis zum 6. April erfolgen soll.

Während des Fluges werden die Astronauten die Systeme des Raumschiffs Orion und der SLS-Rakete unter realen Bedingungen testen. Diese Tests sind von entscheidender Bedeutung, um die Sicherheit und Zuverlässigkeit für die nachfolgenden Artemis-Missionen zu gewährleisten. Der erfolgreiche Abschluss dieser Mission ist die Voraussetzung für die ambitionierten Pläne der NASA, langfristig eine nachhaltige Präsenz auf dem Mond aufzubauen.

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Der Fahrplan für die Zukunft

Erst mit der Mission Artemis 3, die für das Jahr 2028 geplant ist, sollen wieder Menschen auf der Mondoberfläche landen. Das Team für diese historische Landung steht zwar noch nicht fest, aber die NASA hat bereits klare Vorgaben gemacht: Erstmals sollen eine Frau und ein nicht-weißer Astronaut den Mond betreten. Allerdings gibt es hier noch erhebliche technische Hürden zu überwinden.

Für die Landung ist das Starship von Elon Musk vorgesehen, das jedoch in bisherigen Testflügen mit mehreren Havarien zu kämpfen hatte. Die Entwicklung muss daher noch erhebliche Fortschritte machen, um den ambitionierten Zeitplan einzuhalten. Mit Artemis 4 könnte dann im Jahr 2029 erstmals ein deutscher Astronaut zum Mond fliegen, wobei unklar ist, ob dieser auch landen wird.

Die Crew von Artemis 4 hat eine besondere Aufgabe: Sie soll die neue Raumstation Lunar Gateway im Mondorbit zusammenbauen und dabei das erste Modul installieren. Der deutsche Astronaut Alexander Gerst, der maßgeblich an der Planung von Lunar Gateway beteiligt war, wäre ein naheliegender Kandidat für diese Mission. Die Station soll als Zwischenstation für künftige Mondlandungen dienen und die Erforschung des Mondes erheblich erleichtern.

Unterschiede zu den Apollo-Missionen

Der ehemalige deutsche Astronaut Prof. Ulrich Walter (71) erklärt die technischen Unterschiede: „Die Apollo-Kapseln wurden mit Saturn-Raketen ins All geschossen. Diese bestanden aus mehreren übereinander montierten Raketenstufen, die nacheinander gezündet werden. Die SLS-Rakete der Artemis-Mission hat dagegen neben den zentralen Stufen zwei sogenannte Booster, die parallel und seitlich zur ersten Zentralstufe feuern.“

Trotz dieser Unterschiede ist das Flugprogramm von Artemis 2 identisch mit dem von Apollo 8: Nach dem Start erfolgen zunächst Erdumrundungen zum Checken aller Systeme, dann geht es weiter zum Mond und schließlich zurück zur Erde. Beim ersten Start der SLS-Rakete vor drei Jahren war die Orion-Kapsel noch unbemannt und umkreiste den Mond zu Testzwecken.

Warum jetzt wieder zum Mond?

Prof. Walter verweist auf die wechselhafte Geschichte des Mondprogramms: „Um es mit den Worten von Ex-US-Präsident Barack Obama zu sagen, der die SLS-Entwicklung stoppen ließ: ‚Warum zum Mond? Wir waren doch schon dort?‘ Erst sein Nachfolger Donald Trump machte das jetzt wieder zur Chefsache.“

Das neue Interesse am Mond hat vor allem strategische Gründe. Zum einen will man in Zukunft wertvolle Rohstoffe auf dem Mond abbauen, zum anderen dient der Erdtrabant als wichtige Zwischenstation für künftige Missionen zum Mars. Nicht zuletzt treibt auch der Wettlauf mit anderen Nationen wie China, die ebenfalls bemannte Mondmissionen planen, die Bemühungen voran.

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Die Artemis-Missionen markieren somit nicht nur eine Rückkehr zum Mond, sondern den Beginn einer neuen Ära der Raumfahrt, in der der Mond als Sprungbrett für die Erforschung des Weltraums dient. Mit jeder Mission kommen wir diesem Ziel ein Stück näher.