Alexander Gerst über Mondmission: „Es besteht die Möglichkeit, dass wir nicht zurückkommen“
Gerst über Mondmission: Risiko des Nicht-Zurückkommens

Deutscher Astronaut Alexander Gerst über die kommende Mondmission: „Es besteht die Möglichkeit, dass wir nicht zurückkommen“

Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst, der bereits zweimal im Weltall war, äußert sich in einem exklusiven Interview über die bevorstehende Artemis-Mission der NASA und seine eigenen Ambitionen für einen Flug zum Mond. Gerst, der als einer der Kandidaten für das erste europäische Mondticket gilt, betont die Bedeutung der Mission, spricht aber auch offen über die damit verbundenen Risiken.

Die Artemis-Mission: Ein kritischer Schritt für die Zukunft der Raumfahrt

Die zweite Artemis-Mission, die ab März starten soll, ist laut Gerst von entscheidender Bedeutung für alle weiteren Mondflüge der NASA und ESA. „Es ist eine kritische Mission“, erklärt der Astronaut. „Alle weiteren Mondflüge bauen auf dem Erfolg von Artemis 2 auf.“ Das Orion-Raumschiff, das zur Hälfte in Deutschland gebaut wird, wird dabei erstmals mit Menschen an Bord getestet. Die Steuerung der Kapsel sowie die Lebenserhaltungssysteme müssen gründlich geprüft werden, bevor über zukünftige Missionen entschieden werden kann.

Herausforderungen und Risiken der Mondmission

Gerst nennt die Dichte der Ereignisse als größte Herausforderung für die Astronauten. „Es ist erst der zweite Start der neuen SLS-Rakete, also sind wir weit weg von Routine“, sagt er. Die Rakete verfügt zwar über ein Rettungssystem, doch nach dem Start gibt es kein Zurück mehr. Der Anflug zum Mond erfolgt über einen sicheren Orbit, ähnlich wie bei der Apollo-Mission, um im Falle eines Triebwerksausfalls ein Stranden im Mond-Orbit zu verhindern. Die Rückkehr zur Erde stellt ebenfalls eine große Herausforderung dar, da das Raumschiff mit rund 40.000 Stundenkilometern abgebremst werden muss, um das Hitzeschild zu schonen.

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Gersts persönliche Ambitionen und die Unterstützung seiner Familie

Falls Gerst die Möglichkeit erhält, zum Mond zu fliegen, könnte er beim Aufbau der neuen Gateway-Station im Mond-Orbit helfen. Wichtige Module dafür stammen aus Europa. Eine Landung auf dem Mond wäre für den Geowissenschaftler die Krönung seiner Karriere, doch dafür haben Europäer derzeit noch kein Ticket. Seine Familie unterstützt ihn bei seinen Ambitionen. „Meine Familie versteht, dass es in meiner DNA steckt, Dinge zu entdecken“, so Gerst. Er betont jedoch auch die Risiken: „Es ist allen klar, dass die Möglichkeit besteht, dass wir von einer solchen Mission nicht wieder zurückkommen.“

Die Bedeutung von Freundschaft und Zusammenarbeit

Gerst freut sich besonders darauf, seinen guten Freund Reid Wiseman, den Kommandanten der Artemis-Mission, beim Start zu unterstützen. Die beiden verbrachten ein halbes Jahr zusammen auf der Internationalen Raumstation und sind bis heute eng befreundet. Diese persönliche Verbindung unterstreicht die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit in der Raumfahrt.

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