Nasa muss bemannte Mondmission Artemis 2 erneut verschieben
Die US-Raumfahrtbehörde Nasa steht vor einer weiteren Verzögerung bei ihrem ambitionierten Mondprogramm. Der für März geplante Start der bemannten Mission Artemis 2 muss erneut verschoben werden, wie die Raumfahrtbehörde jetzt mitteilte. Als Grund nannte Nasa-Chef Jared Isaacman auf der Plattform X technische Probleme mit der Helium-Zufuhr in einer der Raketenstufen.
Komplexe Reparaturen erfordern Rücktransport
Die notwendigen Reparaturarbeiten erfordern einen aufwendigen Rücktransport der gesamten Raketenkonfiguration. Sowohl die Trägerrakete als auch die Orion-Raumkapsel müssen vom Startkomplex des Kennedy Space Center in Florida zurück in den Hangar gebracht werden. Dieser Prozess macht es unmöglich, das ursprünglich für März vorgesehene Startfenster einzuhalten.
Ursprünglich hatte die Nasa den Starttermin für Anfang Februar 2026 ins Auge gefasst, doch bereits damals führten Wasserstoff-Lecks bei Tests zu einer ersten Verschiebung. Nach einem umfangreichen Probelauf, bei dem alle Abläufe bis auf den eigentlichen Start getestet wurden, hatte Isaacman erst kürzlich von signifikanten Fortschritten gesprochen. Der frühestmögliche Starttermin war daraufhin auf den 6. März datiert worden.
Historische Mission mit internationaler Besatzung
Die Artemis 2-Mission markiert einen historischen Meilenstein in der Raumfahrtgeschichte. Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert sollen wieder Menschen in die Nähe des Mondes fliegen. Die internationale Besatzung besteht aus:
- US-Astronautin Christina Koch
- US-Astronaut Victor Glover
- US-Astronaut Reid Wiseman
- Kanadischer Astronaut Jeremy Hansen
Die vier Raumfahrer sollen den Erdtrabanten während der etwa zehntägigen Mission umrunden. Zuletzt hatten US-Astronauten im Jahr 1972 den Mond betreten.
Neue Startfenster ab April möglich
Nach aktuellen Planungen ergeben sich im Laufe des Jahres weitere günstige Startfenster, wobei der frühe April als nächste realistische Möglichkeit gilt. Die genaue Terminierung hängt jedoch von der Dauer der notwendigen Reparaturen und anschließenden Tests ab.
Das Artemis-Programm wurde während der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump initiiert und verfolgt mehrere ambitionierte Ziele:
- Etablierung einer dauerhaften menschlichen Präsenz auf dem Mond
- Entwicklung nachhaltiger Mondstationen
- Vorbereitung zukünftiger Missionen zum weiter entfernten Mars
Qualitätsprobleme bei der Nasa
Die aktuelle Verzögerung folgt auf eine Reihe von Qualitätsproblemen bei der US-Raumfahrtbehörde. Erst kürzlich hatte die Nasa in einem internen Bericht schwere Mängel bei einer früheren Mission aufgedeckt, bei der zwei Astronauten aufgrund einer Raumschiffpanne neun Monate länger als geplant auf der Internationalen Raumstation ISS bleiben mussten.
Die Untersuchung identifizierte dabei multiple Probleme:
- Hardwarefehler in kritischen Systemen
- Qualifikationslücken beim Personal
- Führungsdefizite in der Projektleitung
- Kulturelle Schwächen in der Sicherheitskultur
Die Raumfahrtbehörde stufte den Vorfall als schwerwiegenden Zwischenfall ein und kündigte umfassende Verbesserungsmaßnahmen an. Die aktuellen Probleme mit der Artemis 2-Mission zeigen, dass die Umsetzung dieser Maßnahmen Zeit benötigt und die Raumfahrtbehörde weiterhin mit technischen Herausforderungen kämpft.
Die internationale Raumfahrtgemeinschaft verfolgt die Entwicklungen mit Spannung, da der Erfolg des Artemis-Programms nicht nur für die USA, sondern für die globale Erforschung des Weltraums von entscheidender Bedeutung ist.



