Weltlage zu angespannt: DRK zieht Altkleidercontainer in Vorpommern-Greifswald zurück
DRK zieht Altkleidercontainer in Vorpommern zurück

Weltlage zu angespannt: Aus für Kleidercontainer in Vorpommern

Der traditionelle Frühjahrsputz führt in zahlreichen Haushalten regelmäßig zu gut gefüllten Altkleidersäcken. Bisher fanden diese Textilien ihren Weg in die allgegenwärtigen Altkleidercontainer, was bei den Spendern das beruhigende Gefühl hinterließ, einen wertvollen Beitrag für Umwelt und Gemeinwohl geleistet zu haben. In der Region Vorpommern-Greifswald hat sich dieses Bild jedoch jüngst dramatisch gewandelt. Die Zahl der verfügbaren Altkleidercontainer ist drastisch gesunken, was viele Bürger vor die Frage stellt: Wohin mit den aussortierten Kleidungsstücken?

DRK-Kreisverbände ziehen sich aus dem Sammelgeschäft zurück

Der DRK-Kreisverband Ostvorpommern-Greifswald baut gegenwärtig sämtliche Altkleidercontainer in seinem gesamten Einzugsgebiet ab. Dies betrifft ausdrücklich alle Standorte in den Städten Greifswald, Anklam und Wolgast. Als Grund für diesen radikalen Schritt nennt der Verband erhebliche Schwierigkeiten bei seinem langjährigen Dienstleister, der für das regelmäßige Einsammeln und die fachgerechte Verwertung der gespendeten Textilien zuständig war.

Laut einer offiziellen Stellungnahme des Kreisverbands ist dieser Dienstleister aufgrund der „angespannten weltweiten Situation“ nicht mehr in der Lage, seine vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen. Diese Entwicklung ist kein Einzelfall. Auch im südlichen Teil des Landkreises, im Bereich des DRK-Kreisverbands Uecker-Randow, vollzieht sich ein ähnlicher Rückzug.

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„Wir haben alle unsere Container außer je zwei an unseren Kleiderkammerstandorten in Torgelow, Ueckermünde und Pasewalk entsorgt“, erklärt eine Sprecherin des Verbands. Hier wird als Begründung auf anhaltende Probleme bei der Entsorgung von „nicht nutzbarer Altkleidung“ verwiesen.

Trauer über ungewollte Entwicklung und Suche nach Alternativen

Die Verantwortlichen beider Kreisverbände zeigen sich gleichermaßen betroffen und unzufrieden mit dieser marktbedingten Entwicklung. „Das bedauern wir sehr. Wir haben mit unseren Kleidercontainern über viele Jahre einen wertvollen Beitrag für den Umwelt- und Ressourcenschutz geleistet“, betont Patrick Leithold, Abteilungsleiter Finanzen im Kreisverband Ostvorpommern-Greifswald.

Die Frage, ob die Container in absehbarer Zeit zurückkehren könnten, muss vorerst unbeantwortet bleiben. Die Aussichten sind düster. „Wir sehen keine Möglichkeit, dass ein anderer Dienstleister diese Aufgaben übernehmen kann. Viele dieser Dienstleister haben bereits Insolvenz angemeldet“, stellt der Kreisverband Ostvorpommern-Greifswald klar. Der Nachbarverband Uecker-Randow hofft indes, dass der Landkreis mittel- bis langfristig eine tragfähige Lösung für dieses Entsorgungsproblem finden wird.

Als unmittelbare Notlösung halten die örtlichen DRK-Verbände weiterhin ihre Kleiderkammern für die direkte Abgabe von Altkleidern offen. Parallel dazu hat der Landkreis Vorpommern-Greifswald bereits reagiert, um den Wegfall der zahlreichen Container zumindest teilweise zu kompensieren.

Landkreis reagiert mit Ausbau der Wertstoffhöfe

„Der Landkreis Vorpommern-Greifswald hat auf die aktuelle Situation reagiert und die Annahmemöglichkeiten auf allen 17 Wertstoffhöfen des Landkreises angepasst und deutlich erweitert“, teilt ein Kreissprecher mit. Die dort geschaffenen Kapazitäten werden von der Kreisverwaltung als vorerst „ausreichend“ eingeschätzt, um den anfallenden Textilabfall bewältigen zu können.

Zusätzlich verweist der Landkreis darauf, dass in verschiedenen Gemeinden nach wie vor Altkleidercontainer von gewerblichen oder anderen gemeinnützigen Sammlern zur Verfügung stehen. Dennoch steht fest: Für viele Bürgerinnen und Bürger in Vorpommern-Greifswald wird der Weg zur nächsten geeigneten Abgabestelle für ihre Altkleider länger und umständlicher werden. Die bequeme und flächendeckende Entsorgung via DRK-Container gehört vorerst der Vergangenheit an.

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