Tödlicher Erdrutsch auf Indonesiens größter Müllkippe: Mindestens fünf Tote bei Unglück nahe Jakarta
Ein verheerender Erdrutsch hat auf einer der größten ungesicherten Müllhalden der Welt in Indonesien mindestens fünf Menschen das Leben gekostet. Das Unglück ereignete sich am Sonntag in Bantargebang, unweit der Hauptstadt Jakarta, wo sich eine riesige Deponie befindet.
Rettungskräfte im Einsatz mit Baggern und Spürhunden
Nach Angaben der indonesischen Such- und Rettungsbehörde wurden neben den fünf Toten mindestens vier weitere Personen vermisst. Die Rettungsarbeiten gestalten sich schwierig: Einsatzkräfte setzen nicht nur Bagger ein, sondern auch speziell ausgebildete Spürhunde, um unter den Abfallmassen nach Überlebenden zu suchen. Der eingestürzte Müllberg war laut der Nachrichtenagentur Antara etwa 50 Meter hoch und begrub Menschen, Fahrzeuge und Imbissstände unter sich.
Ursache möglicherweise starker Regen
Die genaue Ursache des Erdrutsches ist noch unklar, aber lokale Medien berichten, dass es zuvor stundenlang stark geregnet hatte. Dieser anhaltende Niederschlag könnte das Abrutschen des instabilen Müllberges ausgelöst haben, vermuten Experten. Die Region um Jakarta ist mit rund 42 Millionen Einwohnern dicht besiedelt, was die Deponie zu einem kritischen Umweltrisiko macht.
Eine der größten offenen Mülldeponien der Welt
Die Mülldeponie in Bantargebang erstreckt sich über mehr als 110 Hektar und gilt als eine der größten offenen Anlagen ihrer Art weltweit. Laut Jakartas Umweltbehörde lagern dort insgesamt etwa 55 Millionen Tonnen Abfall, ein gewaltiges Volumen, das die strukturelle Stabilität der Deponie immer wieder in Frage stellt.
Indonesien plant Schließung ungesicherter Deponien
Die indonesische Regierung hat bereits Maßnahmen angekündigt, um solche Umweltkatastrophen in Zukunft zu verhindern.
- Ungesicherte Deponien sollen schrittweise geschlossen werden, da die meisten bis 2028 voll sein werden.
- Die Regierung will mehr als drei Milliarden Euro bereitstellen, um binnen zwei Jahren 34 Müllverbrennungsanlagen zu bauen.
- Diese Anlagen sollen nicht nur Abfall reduzieren, sondern auch Strom produzieren und so zur Energieversorgung beitragen.
Historischer Vorfall mit 143 Toten
Dies ist nicht der erste schwere Unfall auf einer indonesischen Müllkippe. Im Jahr 2005 kamen bei einem Erdrutsch auf einer Deponie in der Provinz Westjava 143 Menschen ums Leben, ausgelöst durch eine Methangasexplosion. Der aktuelle Vorfall unterstreicht die dringende Notwendigkeit verbesserter Abfallmanagement-Systeme in dem südostasiatischen Land.



