BASF-Industriepark Lausitz: Neues PET-Recyclingwerk mit 150 Jobs geplant für 2030
PET-Recyclingwerk in Lausitz geplant: 150 Jobs bis 2030

Neues PET-Recyclingwerk im BASF-Industriepark Lausitz geplant

Im Industriepark Lausitz in Schwarzheide soll eine bedeutende neue Anlage zur Aufbereitung von PET-Kunststoffabfällen entstehen. Das kanadische Unternehmen Loop Industries plant über sein Joint Venture Infinite Loop Europe den Bau der Recyclinganlage, deren Betrieb für das Jahr 2030 vorgesehen ist. Der Betreiber des Industrieparks, die BASF-Gesellschaft InfraService & Solutions Lausitz GmbH, bestätigte diese Pläne in einer aktuellen Mitteilung.

Dreistelliger Millionenbetrag und 150 neue Arbeitsplätze

Das Investitionsvolumen für das Projekt beläuft sich auf einen dreistelligen Millionenbetrag. Mit der neuen Anlage sollen etwa 150 Arbeitsplätze in der Region geschaffen werden, was insbesondere vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen in der Chemiebranche als wichtiges Signal gewertet wird. Beide Unternehmen haben bereits ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, das den Weg für die konkrete Umsetzung ebnet.

„Unsere Partnerschaft mit der Betreibergesellschaft des Industrieparks Lausitz ist für uns ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur ersten Recycling-Anlage für PET-Kunststoffabfälle in Europa“, erklärte Antoine Boussard, CEO von Infinite Loop Europe. Das Unternehmen strebt an, PET-Abfälle hochwertig aufzubereiten und vollständig recyceltes PET in Neuware-Qualität bereitzustellen.

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Strategische Bedeutung für die Kreislaufwirtschaft

PET (Polyethylenterephthalat) ist ein weit verbreiteter Kunststoff, der hauptsächlich aus Erdöl gewonnen wird und vor allem für Getränkeflaschen verwendet wird. Durch Recycling kann dieser Wertstoff im Kreislauf gehalten werden. „Die Kreislaufwirtschaft ist für uns ein zentraler strategischer Zielmarkt mit hoher Relevanz für die Zukunftsfähigkeit unseres Standortes“, betonte Jürgen Fuchs, Vorsitzender der Geschäftsführung der BASF InfraService & Solutions Lausitz GmbH.

Politische Unterstützung und wirtschaftliche Signale

Brandenburgs Wirtschaftsminister Daniel Keller (SPD) begrüßte das Vorhaben ausdrücklich: „Gerade in den aktuell schwierigen Zeiten der Chemiebranche ist diese geplante Investition ein starkes Signal.“ Auch Steffen Kammradt, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Brandenburg, unterstrich die Bedeutung des Projekts und verwies auf intensive Bemühungen um diese Investition.

Die Infinite Loop Europe ist ein Joint Venture von Loop Industries mit Sitz in Kanada und der Reed - Société Générale Group. Das Projekt steht im Kontrast zu aktuellen Sparmaßnahmen im BASF-Konzern, der unter Nachfrageschwäche und gesunkenen Preisen leidet. In Ludwigshafen wurden bereits Anlagen stillgelegt und konzernweit Sparprogramme inklusive Stellenabbau initiiert. Gleichzeitig plant BASF die Verlagerung von Dienstleistungen wie IT und Finanzen in einen neuen globalen Hub in Indien, wobei auch Berliner Stellen betroffen sein könnten. Für den Standort Schwarzheide liegen dazu noch keine konkreten Informationen vor.

Die geplante Recyclinganlage in der Lausitz markiert somit einen wichtigen Schritt hin zu nachhaltigeren Produktionsprozessen und stärkt die regionale Wirtschaft durch signifikante Investitionen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten.

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