Wenn im Osten Deutschlands zu viel Strom aus Wind- und Solaranlagen produziert wird, kann dieser künftig in Fernwärme für Berlin umgewandelt werden. Die BEW Berliner Energie und Wärme, der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz und Stromnetz Berlin haben den Bau einer Power-to-Heat-Anlage mit 120 Megawatt Leistung am Heizkraftwerk Berlin-Mitte beschlossen. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2028 geplant, wie die BEW mitteilte.
Funktionsweise der Anlage
Die Anlage soll im sogenannten Engpassmanagement eingesetzt werden, wenn mehr Strom aus erneuerbaren Energien produziert wird, als verbraucht werden kann. Statt Windkraft- oder Photovoltaikanlagen abzuregeln, nimmt die Anlage den überschüssigen Strom auf und speist ihn in das Berliner Fernwärmenetz ein. Dies reduziert den Einsatz fossiler Brennstoffe und senkt die CO2-Emissionen.
Vorteile für die Umwelt
Laut BEW spart die Anlage allein in den ersten fünf Betriebsjahren jährlich rund 76.000 Tonnen CO2 ein. Dies wird durch den geringeren Gaseinsatz des Heizkraftwerks und den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien erreicht. Perspektivisch kann die Anlage im Winter über 30.000 durchschnittliche Haushalte mit Fernwärme versorgen und im Sommer ausreichend Warmwasser für rund 360.000 Haushalte bereitstellen.
Finanzierung und Kosten
Die BEW übernimmt den Bau der Anlage, während 50Hertz maßgeblich die Finanzierung trägt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf bis zu 75 Millionen Euro. Die Anlage wird auch im Sommer genutzt, wenn Fernwärme zur Warmwasserbereitung benötigt wird. Die Kunden werden zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie versorgt, was einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leistet.



