Wetterexperte entzaubert alte Bauernregel: Schöner März sagt keinen schönen April voraus
Eine der bekanntesten Bauernregeln für den Frühlingsanfang lautet: „Einem freundlichen März folgt ein freundlicher April.“ Viele Gartenbesitzer und Landwirte hoffen bei einem sonnigen März auf einen ebenso angenehmen April. Doch ein Experte der Wettermanufaktur räumt nun mit dieser weit verbreiteten Annahme gründlich auf.
Kein statistischer Zusammenhang nachweisbar
„Diese Bauernregel stimmt so nicht“, erklärt Jörg Riemann von der Wettermanufaktur im Gespräch mit myHOMEBOOK. „Ich habe in den Archiven nachgesehen, es gibt keinen Zusammenhang.“ Der Meteorologe hat historische Wetterdaten analysiert und konnte keine signifikante Korrelation zwischen einem schönen März und einem ebenso angenehmen April feststellen. Die Bauernregel entpuppt sich somit als meteorologischer Mythos.
Umgekehrter Zusammenhang bei schlechtem Wetter
Allerdings stellt Riemann einen interessanten umgekehrten Zusammenhang fest: „Wenn der März hingegen schlecht ist, also sonnenscheinarm und mit viel Regen, dann ist in vielen Fällen auch der April so.“ Ein verregneter März deutet demnach häufiger auf einen ebenso nassen April hin. Diese Beobachtung könnte für die Landwirtschaft durchaus relevante Hinweise liefern.
Verregneter Frühling könnte Sommer begünstigen
Noch spannender ist eine weitere Prognose des Experten: „Wenn März und April verregnet sind, kann das dem Sommer nutzen. Dann kann es im Mai einen Wetterumschwung geben und das schöne Wetter bleibt uns dann über den Sommer erhalten.“ Ein nasser Frühling könnte somit die Grundlage für einen stabilen, sonnigen Sommer bilden. Diese Langzeitprognose basiert auf bestimmten Wettermustern und atmosphärischen Bedingungen.
Aktuelle Wetterentwicklung für März
Für den aktuellen März zeichnet sich nach Riemanns Einschätzung eine wechselhafte Entwicklung ab:
- Um den 8. März: Erneute Nachtfröste möglich
- Zur Monatsmitte: Weitere Wetterveränderung erwartet
- 15. bis 20. März: Zunehmende Niederschläge prognostiziert
Diese Entwicklung könnte bedeuten, dass der März 2026 eher den „schlechten“ Varianten entspricht, was nach Riemanns Analyse auf einen ähnlichen April hindeuten würde. Allerdings betont der Experte, dass Wettervorhersagen über mehrere Wochen hinweg mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind.
Die traditionellen Bauernregeln entstanden über Jahrhunderte durch Beobachtungen und Erfahrungswerte. In der modernen Meteorologie mit ihren präzisen Messinstrumenten und Computermodellen zeigen sich jedoch oft andere Zusammenhänge. Riemanns Analyse unterstreicht, dass pauschale Wetterregeln nur begrenzte Aussagekraft besitzen und individuelle Wetterlagen stets von zahlreichen Faktoren beeinflusst werden.



