Frühlingsbeginn steht bevor: Zwei Stunden mehr Tageslicht bis zum 20. März
Der Winter neigt sich dem Ende zu und der Frühling rückt in greifbare Nähe. Nach dem letzten Vollmond des Winters am 3. März steht nun ein bedeutendes astronomisches Ereignis bevor: Am 20. März 2026 wird die Tag-und-Nacht-Gleiche den offiziellen Frühlingsbeginn einläuten. Zu diesem Zeitpunkt sind Tag und Nacht auf der gesamten Erde exakt gleich lang – ein Phänomen, das nur zweimal jährlich auftritt.
Das Geheimnis der Tag-und-Nacht-Gleiche
Dr. Björn Voss, Direktor des Planetarium Hamburgs, erklärt die wissenschaftlichen Hintergründe: „Zweimal im Jahr erreichen wir diesen besonderen Moment, an dem Tag und Nacht überall auf unserem Planeten genau dieselbe Dauer haben. Im März markiert dieses Ereignis für die Nordhalbkugel den Frühlingsanfang, während auf der Südhalbkugel der Herbst beginnt.“
Ein weit verbreiteter Irrglaube sei, dass die Nähe zur Sonne für die Jahreszeiten verantwortlich sei. „Tatsächlich befindet sich die Erde Anfang Juli, also im Hochsommer, in Sonnenferne“, betont Dr. Voss. Der wahre Grund für den Wechsel der Jahreszeiten liege in der Neigung der Erdachse.
Die Neigung der Erdachse als Schlüsselfaktor
„Unser Planet umkreist die Sonne mit einer Neigung von 23,5 Grad zu seiner elliptischen Umlaufbahn“, erläutert der Planetariumsexperte. „Durch diesen charakteristischen Winkel entstehen die markanten Unterschiede zwischen den Hemisphären. Während eines Sonnenumlaufs ist für mehrere Monate entweder die Süd- oder die Nordhalbkugel stärker zur Sonne geneigt.“
Diese Ausrichtung beeinflusse sowohl den Einfallswinkel des Sonnenlichts als auch die Tageslänge und die Mittagshöhe der Sonne. „Genau diese Mechanismen sorgen für die charakteristischen jahreszeitlichen Veränderungen, die wir erleben“, fasst Dr. Voss zusammen.
Spürbare Veränderungen bereits im März
Der Frühling macht sich bereits jetzt bemerkbar: Während am 20. Februar noch etwa zehn Stunden Tageslicht zu verzeichnen waren, werden es zur Tag-und-Nacht-Gleiche am 20. März bereits zwölf Stunden sein. Ab diesem Zeitpunkt überwiegt der Tag klar die Nacht.
Um das zunehmende Tageslicht optimal zu nutzen, folgt kurz darauf die Umstellung auf die Sommerzeit: In der Nacht vom 28. auf den 29. März werden die Uhren von 2 auf 3 Uhr vorgestellt, was eine zusätzliche Stunde Tageslicht am Abend bringt.
Die Natur reagiert bereits auf die veränderten Bedingungen – wie die blühenden Magnolien auf dem Stuttgarter Schlossplatz eindrucksvoll demonstrieren. Die zunehmende Helligkeit und Wärme läutet nicht nur meteorologisch, sondern auch im Bewusstsein der Menschen den lang ersehnten Frühling ein.



