Saharastaub färbt den Himmel: Wärme-Wumms nach Frühlings-Delle bringt bis zu 20 Grad
Gestern noch kühl, heute mit einem kräftigen Wumms wieder angenehm warm! Gerade dort, wo es am Vortag noch frisch war, wird das Wetter heute besonders schön. Hoch Jannis bügelt die Frühlings-Delle vollständig aus und beschert Deutschland stabiles Frühlingswetter. Doch aus südwestlicher Richtung ziehen rötliche Schwaden über das Land – ein staubiger Gruß aus der Wüste trübt für mehrere Tage unser Himmelblau.
Staubwolke aus der Sahara erreicht Deutschland
Der Frühling gibt wieder alles und sorgt im Norden und Nordosten mit neuer Wärme für eine Art Frostentschädigung. Das außergewöhnlich stabile Wetter bleibt uns erhalten, wäre da nicht der Saharastaub. Eine massige Staubwolke aus der zentralen Sahara hat über das Mittelmeer den Weg zu uns gefunden.
Dr. Karsten Brandt von donnerwetter.de erklärt: „Bereits am Mittwoch hatte der Saharastaub die Alpenregion erreicht. Jetzt liegt er über ganz Deutschland.“ Aktuelle Modelle zeigen, dass die rostfarbene Wolke noch deutlich dichter werden wird. „Zwar ist der Himmel nicht mehr so schön tiefblau, doch die Sonnenaufgänge und -untergänge werden umso farbenfroher“, so der Experte weiter.
Stürme in der größten Trockenwüste der Welt sind für diese Jahreszeit typisch. Sie transportieren die schlierigen Staubfahnen in rund drei Kilometern Höhe bis nach Mitteleuropa. Was Autofahrer wissen müssen: Unser Wetter ist zwar momentan staubtrocken, doch in der nächsten Woche könnte sich das ändern.
Blutregen möglich – Experten raten vom Autowaschen ab
Mit eventuellen Niederschlägen würde der Staub zu sogenanntem „Blutregen“ ausgewaschen. „Nicht ausgeschlossen, dass dies in der nächsten Woche geschieht“, sagt Brandt. Der Wetter-Experte rät: „Mit dem Autowaschen würde ich jedenfalls noch so lange warten.“
Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net ergänzt: „Der Staub wird auch trocken niedergehen. Das nennt sich dry deposition und ist ebenfalls vor allem auf den Autos zu sehen. Viele verwechseln den Staub im Frühjahr mit Pollen.“
Temperatursprung besonders im Norden spürbar
Vor allem der Norden war von der Temperatur-Delle betroffen. „Dort ist der Temperatursprung jetzt besonders deutlich: von 11 Grad am Mittwoch rauf auf bis zu 16 Grad, etwa in Hamburg“, so Karsten Brandt. Bremen kommt laut Deutschem Wetterdienst (DWD) auf 17 Grad. Nur im äußersten Nordwesten bleibt es mit nur 11 Grad noch vergleichsweise kühl.
Der Osten ist morgens noch Deutschlands Kühltruhe! Nirgends ist es am ganz frühen Donnerstag kälter als südlich von Frankfurt/Oder. Das Thermometer fällt dort auf knackige minus 5 Grad. „Im Erzgebirge sind ebenfalls noch deutliche Minusgrade möglich“, sagt Dominik Jung. Und auch Berlin pendelt zunächst noch um den Nullpunkt. „Aber die Sonne hat schon Kraft“, verspricht der Meteorologe. Und Sonne gibt es am Donnerstag wieder reichlich. Mit Ausnahme der Gebirge werden im Tagesverlauf fast überall im Osten rund 15 Grad erreicht.
Spitzenwerte bis 20 Grad im Westen und Süden
Klimatologe Karsten Brandt betont: „Es werden einige Wolkenfelder durchziehen, meist ist es jedoch sonnig.“ Am Rhein wird es am wärmsten. Jung geht davon aus, dass nachmittags an mehreren Orten die 20-Grad-Marke geknackt wird, etwa rund um Köln und Düsseldorf sowie in der Pfalz. In der Nacht zu Freitag kühlt die Luft nur vereinzelt auf Temperaturen unter 4 Grad ab.
Meteorologe Dominik Jung zu den südlichen Regionen: „In Baden-Württemberg wird hier und da die 20-Grad-Marke erreicht oder leicht übertroffen.“ Gute Chancen, die Marke zu knacken, hätten Stuttgart und Freiburg. Immerhin: Bayern kommt auf 18 Grad. In der Nacht zu Freitag zieht auch dort teils dichter Nebel auf. Und es wird in den Alpen womöglich noch einmal leicht frostig und glatt.
Insgesamt geht es in ganz Deutschland mit dem Super-Frühlingswetter auf absehbare Zeit stabil weiter. Gärtner können sich freuen: Die ersten Primeln aus der Frühlingsproduktion können bald auf Balkon und Garten gepflanzt werden, wie eine Gärtnerin in Brandenburg demonstriert.



