Baumkartierung: Studentin entdeckt Exoten im Krenzower Gutspark
Studentin entdeckt Exoten im Krenzower Gutspark

Welche Pracht der Krenzower Gutspark einst für Gehölzkundige geboten haben muss, ist heute nur schwer vorstellbar. Im Jahr 1938 beschrieb eine Fachzeitschrift dort etliche „Schönheiten oder Seltenheiten“, die „sonst fast nie anzutreffen“ seien. Genannt wurden damals so klangvolle Namen wie Kaukasischer Faulbaum, Erlenblättrige Zimterle oder Liebesperlenstrauch.

Fast neun Jahrzehnte später: Eine Bestandsaufnahme

Wie es um die Bäume im Park fast 90 Jahre später steht, hat kürzlich Frauke Greinert untersucht. Die Studentin der Landschaftsarchitektur an der Hochschule Neubrandenburg erarbeitet im Rahmen ihrer Bachelorarbeit eine denkmalpflegerische Zielstellung – ein Konzept für die künftige Entwicklung des Parks, der der Gemeinde Rubkow gehört. Die Gemeinde übernahm auch die Kosten für ihre Unterkunft in einer Ferienwohnung des Gutshauses.

Zunächst musste ermittelt werden, welche Gehölze überhaupt noch vorhanden sind. Im Fokus der Bestandsaufnahme stand die Baumkartierung, berichtet die Studentin. Dafür wurde das bestehende Baumkataster der Gemeinde genutzt und durch noch nicht erfasste Bäume ergänzt.

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Gemeinsame Erfassung mit Kommilitonen

Gemeinsam mit ihrem Kommilitonen Sebastian Helas erfasste Frauke Greinert eine Woche lang Merkmale wie Baumart, Höhe, Stammumfang in einem Meter Höhe und Kronendurchmesser. Höhe und Krone wurden geschätzt. Die Daten wurden auf einen Vermesserstab übertragen, mit dem der genaue Standort jedes Baumes auf einer digitalen Karte eingetragen wurde.

Das Ergebnis: Der Baumbestand wird heute von heimischen Laub- und Nadelbäumen dominiert. Überwiegend kommen Rotbuchen, Eiben und Eschen vor. Zudem wurden verschiedene Arten von Ahorn, Linden und Ulmen sowie weitere Laub-, Nadel- und Obstgehölze aufgenommen.

Besondere Funde: Douglasien und eine alte Esche

Besonders aufgefallen sind einige sehr vitale Douglasien mit einer geschätzten Wuchshöhe von 25 bis 30 Metern sowie eine Esche mit einem Stammumfang von fast sieben Metern. Nicht zuletzt wurde ein „Exot“ entdeckt, der möglicherweise aus der dendrologischen Blütezeit des Parks stammt: ein Schnurbaum (Styphnolobium japonicum), der aus einem alten Baumstumpf neu ausgetrieben ist.

Der Japanische Schnurbaum, auch Honigbaum, Perlschnurbaum oder Sauerschotenbaum genannt, stammt ursprünglich aus Fernost. Wegen seiner Blüten wurde er als Bienennährpflanze und Zierpflanze für Parks in gemäßigten Breiten kultiviert.

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