Winterbilanz 2026: Mehr Schnee nur regional – Langfristiger Rückgang setzt sich fort
Winterbilanz 2026: Mehr Schnee nur regional

Winterbilanz 2026: Ein geteiltes Deutschland unter Schnee und Sonne

Frau Holle schüttelte in diesem Winter kräftig ihre Betten aus – zumindest in Teilen Deutschlands. Während der Osten und Norden des Landes von ungewöhnlich viel Schnee und eisigen Temperaturen heimgesucht wurden, blieben der Süden und Westen weitgehend verschont. Doch wie steht es wirklich um die Schneebilanz dieses Jahres? Gab es tatsächlich mehr Schnee als in vergangenen Wintern?

Regionale Unterschiede prägen das Winterbild

Tatsächlich präsentiert sich Deutschland in diesem Winter als ein Land der Gegensätze. Im Osten und Norden sorgte eiskalte Luft aus Russland für zahlreiche Schneetage und zweistellige Minustemperaturen. Im Süden und Westen hingegen dominierte milde Atlantikluft das Wettergeschehen. Der Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net betont: „Der viele Schnee ist deshalb ein regionales Phänomen, keine deutschlandweite Erscheinung.“

Langfristiger Rückgang der Schneetage

Die langjährigen Datenreihen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeichnen ein eindeutiges Bild: Seit den 1970er Jahren geht die Zahl der schneebedeckten Tage in Deutschland kontinuierlich zurück. Waren es Ende der 1970er Jahre im Durchschnitt noch 37 Tage mit Schnee, so wurden in der Saison 2024/25 nur noch etwa 17 Schneetage landesweit registriert. In diesem Winter liegen die Werte bis zum 18. Februar bei rund 25 Tagen – regional bedingt etwas höher, aber im langfristigen Trend deutlich unter den historischen Werten.

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Dominik Jung weist darauf hin: „In Sachen Wetter ist unser Gedächtnis oft schlecht. So gab es im Winter 2010/11 in Berlin und Brandenburg sogar Schneedecken mit bis zu 40 Zentimetern Höhe.“ Der schneereichste Ort unter 500 Metern Höhe in diesem Jahr war Bad Sachsa im Harz mit ebenfalls 40 Zentimetern Schnee.

Frosttage werden immer seltener

Ein ähnlicher Trend zeigt sich bei den Frosttagen, also Tagen mit Temperaturen unter null Grad. Seit dem Jahr 1881 verzeichnet der DWD einen stetigen Rückgang. Damals wurden im Mittel noch etwa 65 Frosttage erreicht, in der Saison 2024/25 waren es nur noch rund 44 Tage. In diesem Winter liegen die Werte bisher bei etwa 52 Frosttagen. Diese Entwicklung ist eine klare Folge des Klimawandels, der zu immer wärmeren Wintern führt.

Jung erklärt dazu: „Trotz des Klimawandels kann es natürlich immer mal wieder Ausrutscher nach oben oder unten geben. Entscheidend sind aber die langjährigen Vergleiche.“

Frühlingshaftes Wochenende beendet den Winter vorzeitig

Übrigens: Der Winter nimmt am kommenden Wochenende ein vorzeitiges Ende. Die Temperaturen steigen deutschlandweit deutlich an, teilweise sind bis zu 20 Grad möglich. Damit kündigt sich endlich der Frühling an. Allerdings steht das frühlingshafte Wetter noch auf wackligen Beinen. Generell können auch im März und April noch Kälterückfälle auftreten.

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