Bantin erhält über 380.000 Euro für Bienenzentrum: Land MV stärkt Imkerei-Nachwuchs
Bantin: 380.000 Euro für Bienenzentrum und Imkerei-Nachwuchs

Bantin: Land MV investiert sechsstellige Summe in Bienenzentrum

Das Bienenzuchtzentrum Bantin (BZZ) erhält eine umfangreiche finanzielle Unterstützung vom Land Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt fließen 381.700 Euro in die Einrichtung, die seit Jahrzehnten als Kompetenzzentrum für Imkerei in der Region fungiert. Die Förderung setzt sich aus 351.700 Euro als Fehlbedarfsfinanzierung für den laufenden Betrieb sowie 30.000 Euro für Investitionen in moderne Schleudertechnik zusammen.

Historische Bedeutung und kontinuierliche Förderung

Die Verbindung zwischen dem kleinen Ort Bantin und der Imkerei reicht bis in die DDR-Zeit zurück. Seit 1993 wird das Bienenzentrum institutionell durch das Land gefördert, wobei bisher insgesamt etwa 6,7 Millionen Euro investiert wurden. Diese kontinuierliche Unterstützung ermöglichte bereits bedeutende Projekte wie die Umgestaltung des Bienengartens im Jahr 2024 sowie den Bau des „Apineums“ mit Seminarräumen und Besucherbereich zwischen 2019 und 2020, finanziert durch LEADER-Mittel und Gelder aus dem Strategiefonds des Landes.

Modernisierung der Honigverarbeitung

Ein zentraler Bestandteil der aktuellen Förderung ist die geplante Modernisierung der Schleudertechnik. Bis 2026 soll die vorhandene Ausstattung zu einer vollständigen Schleuderstraße ausgebaut werden. Diese Investition verspricht erhebliche Effizienzsteigerungen: Künftig könnten etwa 1.500 Kilogramm Honig pro Tag mit nur einer Arbeitskraft verarbeitet werden, während bisher zwei bis drei Personen für diese Menge benötigt wurden. Das Zentrum wird dadurch unabhängiger von externen Hilfskräften während der Honigsaison.

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Bedeutung für die Region und überregionale Strahlkraft

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus betonte bei der Übergabe der Fördermittel die überragende Bedeutung der Bienen: „Die Biene gehört zu den wichtigsten Nutztieren überhaupt. Sie bestäubt rund 80 Prozent unserer Nutzpflanzen und viele Wildpflanzen. Ohne sie hätten wir buchstäblich nichts zu essen auf dem Teller.“ Das BZZ übe daher eine Schlüsselfunktion aus, um den Rückgang der Imkerzahl und der Bienenpopulation zu stoppen und umzukehren.

In Mecklenburg-Vorpommern betreuen laut Landesverband der Imker etwa 3.300 Imkerinnen und Imker rund 30.000 Bienenvölker. Der Landesimkerverband zählt mehr als 1.600 Mitglieder, darunter etwa 20 Prozent Frauen. Die Einrichtung in Bantin ist nicht nur für die regionale Imkerei von zentraler Bedeutung – die Zucht von Bienenköniginnen in MV ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Wirtschaftliche Perspektiven und innovative Produktideen

Neben der Ausbildungsfunktion sieht Minister Backhaus in den Bienenprodukten auch einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor für das Land. Gemeinsam mit Carsten Fischer, Präsident des Landesverbandes der Imker Mecklenburg-Vorpommern, kündigte er die Entwicklung eines Honig-Bieres an. Zuvor war bereits auf der Grünen Woche in Berlin ein Honig-Nuss-Brot präsentiert worden. Diese Initiativen zeigen, wie traditionelles Handwerk mit innovativen Vermarktungsstrategien verbunden werden kann.

Aktuell beschäftigt das Bienenzentrum Bantin drei feste Mitarbeiter sowie zwei Auszubildende. Die kontinuierliche Förderung sichert nicht nur deren Arbeitsplätze, sondern auch den Fortbestand einer Einrichtung, die seit Generationen Wissen vermittelt und die Imkerei in Norddeutschland prägt.

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