Bauerntag in Pasewalk: Landwirte fordern Entlastung und bessere Ausbildung
Beim Bauerntag im Pasewalker Lokschuppen kamen Landwirte und Gäste zusammen, um über Mitgliedsbeiträge, die EU-Agrarpolitik und regionale Themen in Mecklenburg-Vorpommern zu diskutieren. Emanuel Reim, Vorsitzender des Bauernverbandes Uecker-Randow, konnte prominente Gäste begrüßen, darunter Stefan Meitinger, Referent beim Deutschen Bauernverband, und Marco Gemballa, Vizepräsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern.
Schwierige Entscheidungen im Jahr 2026 erwartet
Die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern erwarten für das Jahr 2026 schwierige Entscheidungen bei geplanten Gesetzesvorhaben und Projekten. Marco Gemballa, Vizepräsident des Bauernverbandes, betonte: „Das wird ein spannendes Jahr. Wir sind schon im Wahlkampf. Die politische Stimmung im Land ist angespannt. Die nächsten sechs Monate werden emotional.“ Insbesondere das Klimaverträglichkeitsgesetz auf Landesebene stößt auf Kritik, da es schärfere Regelungen als das Bundesrecht enthält und tief in das Eigentum und die landwirtschaftliche Praxis der Betriebe eingreift.
Kritik am Landesamt für Landwirtschaft
Gleichzeitig kritisierte Gemballa das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF), das dem Ministerium von Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) unterstellt ist. Das Amt plane, die Freisprechung für ausgelernte Landwirtschaftsazubis nicht mehr auszurichten. „Das Land darf sich aber nicht aus der Verantwortung stehlen“, so Gemballa. Zudem bemängelte er den hohen Unterrichtsausfall in der Ausbildung und die mit über 25 Prozent hohe Abbrecherquote bei den Lehrlingen, was die duale Berufsausbildung beeinträchtige.
Forderung nach Entlastung bei Energiepreisen
Angesichts stark gestiegener Energiepreise forderte Marco Gemballa eine Entlastung für Verbraucher und Landwirte. Der Staat nehme durch höhere Rohölpreise mehr Steuern ein und müsse daher etwas zurückgeben. „Bei höheren Kosten brauchen wir außerdem für die Betriebe höhere Erlöse bei den Produkten“, erklärte er. Sein Appell richtet sich an den Lebensmitteleinzelhandel, den Landwirten bei den Preisen entgegenzukommen. Ein um 30 Prozent gestiegener Dieselpreis habe erheblichen Einfluss auf die Betriebsergebnisse, betonte der Vizepräsident des Landesverbandes.
Die Diskussionen beim Bauerntag in Pasewalk unterstreichen die aktuellen Herausforderungen der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern, von politischen Spannungen bis zu wirtschaftlichen Belastungen, und fordern klare Lösungen für die Zukunft.



